Zeitung Heute : Das Risiko reist mit - Wo Touristen Gefahren drohen

tdt

Nach dem Geiseldrama auf den Philippinen häufen sich die Fragen, wie sicher Reiseländer sind. Experten des Auswärtigen Amtes sagen, wo das Risiko mitreist.

Ägypten. Anschläge sind nicht gänzlich auszuschließen. Abgeraten wird - auf Grund von Auseinandersetzungen der Polizei mit Islamisten - von Reisen nach Mittelägypten. Wegen unzureichend gekennzeichneter Minenfelder ist auf dem Sinai und in einigen Küstenbereichen Vorsicht geboten.

Birma. Gebiete meiden, die nicht ausdrücklich für den Tourismus freigegeben sind - Kampfhandlungen zwischen Regierungstruppen und Aufständischen drohen.

Bosnien und Herzegowina. Wegen der aktuellen Lage in der Bundesrepublik Jugoslawien Reisen nicht zu empfehlen.

Brasilien. Die kriminelle Gefährdung durch Eigentums- und Gewaltdelikte ist in den Großstädten sehr hoch. Gefahrenpunkte sind Elendsviertel, Busbahnhöfe und wenig belebte Straßen und Strände bei Dunkelheit.

Bulgarien. Autotouristen müssen mit Diebstahl ihres Pkw rechnen, Täter schrecken vor dem Einsatz von Schusswaffen nicht zurück. Neuwagen sind begehrt.

Gambia. Die Sicherheitslage ist angespannt: Vor allem für Individualreisende besteht im Inneren des Landes ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. Auch in den Touristenorten gehen Urlauber besser ohne Wertsachen aus und leisten bei bewaffneten Überfällen keinen Widerstand.

Georgien. Es wird dringend von Reisen in die nicht unter der Kontrolle der Regierung stehenden Gebiete Abchasien und Süd-Ossetien abgeraten. Dort drohen verminte Straßen und Überfälle bewaffneter Banden.

Indien. Demonstrationen und Ausschreitungen aus religiösen und politischen Gründen sowie Anschläge mit politischem oder kriminellem Hintergrund sind nicht auszuschließen. Nachdrücklich wird vor Reisen in und durch das Kaschmirtal gewarnt.

Indonesien. Eigentumsdelikte und Straßenkriminalität nehmen in Jakarta und anderen Großstädten zu. Auf Grund separatistischer Aktivitäten gibt es Sicherheitsrisiken in Nord-Sumatra, auf den Molukken, in West-Timor und West-Papua.

Israel und Palästina. Selbstmordattentate und andere Anschläge sind nicht auszuschließen. Auch die Lage in den palästinensischen Gebieten ist nach wie vor angespannt. Es wird zur äußersten Vorsicht geraten.

Jemen. Bei Reisen besteht ein erhöhtes Risiko: Entführungen und Geiselnahmen von Touristen sind möglich.

Jugoslawien. Touristische Reisen in die Teilrepubliken Serbien und Montenegro sind nicht ratsam. Auf Grund der Sicherheitslage wird dringend von Reisen in die südserbische Provinz Kosovo abgeraten.

Kenia. Sicherheitsrisiken durch hohe Gewaltkriminalität. Die Innenstädte Mombasas und Nairobis sollten nachts gemieden werden. Beträchtliche Sicherheitsprobleme gibt es in den nördlichen Landesteilen.

Kroatien. In den ehemals serbisch besetzten Gebieten besteht außerhalb der offiziellen Durchgangsstraßen Minengefahr. Es wird dringend davon abgeraten, Straßen, öffentliche Wege und Plätze zu verlassen.

Malaysia. Auf Grund der Geiselnahme in Sipadan wird von Reisen in die malaysische Provinz Sabah derzeit abgeraten.

Mexiko. Die Sicherheitslage hat sich auf Grund der stark gestiegenen Kriminalität verschlechtert - landesweit nimmt die Zahl der bewaffneten Raubüberfälle zu. Bei Überfällen sollte keinerlei Gegenwehr geleistet werden. Zu gefährlich sind Reisen in das Hochland von Chiapas und in das Hinterland des Bundesstaates Guerrero.

Nepal. Auf Grund gewalttätiger Aktionen maoistischer Splittergruppen informieren sich Touristen bei Trekking-Vorhaben besser vorher bei der Deutschen Botschaft in Katmandu über die Sicherheitslage.

Peru. Vorsicht vor Raubüberfällen ist geboten. In den Departements Apurimac, Pasco, Junin, Huancavelica, Ayacucho und Cusco herrscht Ausnahmezustand. Dort sind Terror-Anschläge nicht ausgeschlossen.

Philippinen. Die Kriminalitätsrate ist hoch. Auch Ausländer sind häufig Opfer von Gewaltverbrechen. Immer wieder werden vertrauensselige Reisende mit "K.O.-Tropfen" betäubt und ausgeraubt.

Polen. Hohes Diebstahlrisiko auf Bahnhöfen und in Fernreisezügen. In letzter Zeit versuchen Kriminelle zudem in zunehmendem Maße, Autofahrer zum Anhalten zu bringen, um dann das Fahrzeug zu rauben.

Rumänien. Vor Auto- und Taschendiebstählen wird gewarnt - landesweit.

Russland. Nicht ausgeschlossen sind in Moskau Bombenanschläge wie im Spätsommer letzten Jahres. Es wird daher geraten, Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen und in geschlossenen Gebäuden zu meiden. Es ist besser, nur offizielle Taxis zu benutzen und bei nächtlichen Zugfahrten das Abteil zu verriegeln..

Sri Lanka. Die Region nördlich von Anuradhapura und östlich von Polonaruwa sollte ebenso gemieden werden wie der Landweg nach Trincolmalee, Batticola und Amapra. In Colombo gehen Touristen besser Menschenansammlungen, öffentlichen Gebäuden sowie Bahnhöfen aus dem Weg.

Südafrika. Besonders in Großstädten kommt es zu Gewaltkriminalität, auch gegen Touristen. Spaziergänge auf eigene Faust sind nicht ratsam. Überfallgefahr nach Einbruch der Dunkelheit.

Tansania. Touristen sollten einsame Gegenden und Strände auch tagsüber meiden und nachts nirgendwo zu Fuß gehen. Bei Privatreisen im Auto ist es empfehlenswert, Türen und Fenster zu verriegeln.

Türkei. Auch in Touristenzentren sind Bombenanschläge nicht völlig auszuschließen. Im Südosten und Osten des Landes kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und der PKK.

Trinidad und Tobago. Stark verbreitet ist die Kriminalität vor allem in Trinidad. Oft werden Mord, Raub und Diebstahl von Drogenabhängigen verübt.

Ungarn. In den Urlaubsgebieten sind Taschendiebe unterwegs - in Budapest meidet man besser öffentliche Verkehrsmittel, den Heldenplatz, den Deakplatz, die Burg, die Zitadelle sowie Ost- und Südbahnhof. Zu Einbrüchen in Ferienhäuser kommt es auch tagsüber, Fahrzeuge stellt man am besten nur auf bewachten Parkplätzen ab.

Zypern. Vorsicht ist bei Annäherung an die Pufferzone entlang der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südzypern.

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