Zeitung Heute : Das schlägt sich nieder

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Süßwasser ist ein begrenzt verfügbares Lebenselixier. Und es wird knapper: Weltweit wird mehr Grundwasser verbraucht als durch Niederschläge wieder aufgefüllt wird. 1,3 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Bis zu 10000 überwiegend junge Menschen sterben deshalb jeden Tag. Experten fordern mehr Geld vom industrialisierten Norden. Statt der benötigten 22,5 Milliarden Euro stellt der derzeit nur drei Milliarden Dollar zur Trinkwassergewinnung und sanitären Versorgung in Afrika und Asien bereit.

Umstritten ist, ob Wasser als lebensnotwendiges Gut dem Kommerz überlassen werden darf. In Deutschland gibt es 6700 Versorger, wobei ein Fünftel von ihnen 80 Prozent der Bevölkerung beliefern. Schulden treiben Stadtwerke in die Arme der Privatwirtschaft. Ein Coup gelang RWE und Veolia in Berlin: Für 1,7 Milliarden Euro kauften sie der Hauptstadt 49,9 Prozent ihres Wasserwerkes ab. Mit der Folge, dass die Berliner im Januar über eine Preiserhöhung von fünf Prozent stöhnten, nachdem Wasser bereits 2004 um 15 Prozent teurer geworden war.

Etwa 80 Euro zahlt jeder Bundesbürger jährlich für Trinkwasser. Das ist mehr als anderswo in Europa, dafür ist das Wasser besonders gut. Probleme könnte aber eine eigentlich positive Entwicklung bereiten: Während ein USAmerikaner täglich 300 Liter Trinkwasser verbrauche, fließen in Deutschland 130 Liter durch die Hähne. Die Folge: Weil die Rohre für einen höheren Verbrauch konzipiert wurden, droht das Wasser in den Leitungen zu stehen. Bakterien könnten sich vermehren und Ablagerungen bilden – Abhilfe könnte da nur eine kostspielige Anpassung der Systeme an geringere Mengen schaffen. mis

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