DAS SPIELE ICH : Der Tod als Teil des Lebens

Musiker verraten, warum ihnen ein Werk am Herzen liegt. Diesmal: Henrik Nánási, Dirigent .

FOTO:  GUNNAR GELLER
FOTO:  GUNNAR GELLER

Seine Geburt ist gleichzeitig ein Totengesang: In diesem Jahr wird erstmals der Mozart-Mai an der Komischen Oper Berlin gefeiert. Ich freue mich, in diesem Rahmen auch das Mozart-Requiem d-Moll KV 626 gemeinsam mit den Solisten, Chorsolisten und dem Orchester auf die Bühne zu bringen. In meinem Studium am Konservatorium in Budapest galt das Mozart-Requiem neben der Musik von Bach und Bartók als wichtigstes Werk. Damals habe ich es leidenschaftlich im Chor mitgesungen. Die ungeheure Kraft der Komposition hat uns alle mitgerissen. Dieses Requiem beinhaltet viel mehr als nur schöne, geistliche Musik. Es ist die absolut persönlichste Auseinandersetzung mit dem Tod: Für mich ist dies das außergewöhnliche Merkmal des Requiems. Schon nach wenigen Takten wird klar, wie wahrhaftig und tief empfunden diese Musik ist. Mozarts Requiem drückt aus, wie viel existenzielle Angst, Zittern und zerstörte Hoffnung jeder Mensch in sich trägt: Es zeigt uns Menschen mit unseren Schwächen. Doch trotz aller Verzweiflung im Angesicht des Todes spendet diese einzigartige Musik uns Trost. Mozart hilft uns, den Tod als Teil des Lebens zu begreifen und zuversichtlich zu bleiben.

Henrik Nánási, Generalmusikdirektor der

Komischen Oper, dirigiert Mozarts

Requiem: 3.5., 20 Uhr

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