DAS SPIELE ICH : Die Reisen des Herrn Bach

Musiker verraten, warum ihnen ein Werk am Herzen liegt. Diesmal: Christian Rieger, Cembalist .

FOTO:  KONZERTHAUS BERLIN
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Musiker waren von jeher ein reiselustiges Volk. Die Beweggründe dafür sind immer noch dieselben: Man sucht einen anderen Lehrer oder eine neue Anstellung, man hat ein Konzert, man kauft ein neues Instrument. Dafür nimmt man lange An- und Abfahrtswege in Kauf, pfercht sich in unpünktliche Eisenbahnen, zwängt sich zwischen Instrumentenkästen auf Autorückbänke. Bach ließ sich aus ähnlichen Gründen in der Postkutsche durchrütteln, nahm lange Fußmärsche auf sich und machte an Landesgrenzen die Bekanntschaft mit unangenehmem Sicherheitspersonal. Die Personen, die in Bachs Jugend oft am Ende einer solchen Reise standen, waren Komponisten, von denen er zu lernen hoffte. Die Verehrung, die der von mir verehrte J. S. Bach Organisten wie Georg Böhm oder Dietrich Buxtehude entgegenbrachte, wäre allein schon ein Grund, ihre Musik zu spielen. Neben Noten, die aus ihrer Feder stammen, erklingt im „Zeitfenster-Gespräch“ noch ein Stück, das Bach gewissermaßen dem Reisen selbst gewidmet hat: das „Capriccio über die Abreise des geliebten Bruders“. Dieser kleine Zyklus besticht vor allem durch eine Eigenschaft, die man auch bei allen Widrigkeiten des Reisens nie verlieren sollte: Humor.

Zeitfenster-Festival: „Bachs Reisen“ am 25.4.,

18 Uhr im Konzerthaus Berlin

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