DAS SPIELE ICH : Parodie und Zeitgeschichte

Musiker verraten, warum ihnen ein Werk am Herzen liegt. Diesmal: John Adams, Komponist .

FOTO:  LAMBERT ORKISL
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Als Kind in New Hampshire mit einer liberalen Demokratin alter Schule als Mutter entwickelte ich schon früh eine Faszination für das amerikanische politische Leben. … So war es wohl eine natürliche Fügung, dass mir der Gegenstand von Richard Nixon, Mao Tse-tung, Kapitalismus und Kommunismus als Thema einer Oper vorgeschlagen wurde. Die Idee kam vom Regisseur Peter Sellars. ... 1983 war Nixon zum Stoff schlechter, vorhersagbarer Komödienroutine geworden, und es war schwierig, meine eigene Feindseligkeit – er hatte versucht, mich nach Vietnam zu schicken – von dem großen historischen Bild zu entwirren. Aber als Alice Goodman zustimmte, ein Libretto zu schreiben, nahm das Vorhaben plötzlich eine wundervoll vielschichtige Gestalt an, ... teils eine Parodie auf das politische Sich-in-Szene-Setzen, teils eine ernsthafte Untersuchung von Fragen der Geschichte … Nixons Reise von 1972 war tatsächlich ein epochales Ereignis, dessen Größe sich aus unserer gegenwärtigen Perspektive schwer vorstellen lässt … „Nixon in China“ war sicher die erste Oper, die ein inszeniertes „Medien-Ereignis“ zur Grundlage ihrer dramaturgischen Struktur machte.

Musikfest Berlin: John Adams Oper

„Nixon in China“ wird am 10.9. um 19 Uhr in der Philharmonie konzertant aufgeführt

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