DAS SPIELE ICH : Unerschütterliche Romantik

Musiker verraten, warum ihnen ein Werk am Herzen liegt. Diesmal: Viviane Hagner, Geigerin .

FOTO:  TIM KÖLLN
FOTO:  TIM KÖLLN

Nicht DAS berühmte erste Violinkonzert von Max Bruch, sondern sein charmantes zweites Violinkonzert möchte ich Anfang Juni zusammen mit dem Konzerthausorchester dem Berliner Konzertpublikum vorstellen. Sicherlich ist das erste Violinkonzert zu Recht so beliebt; das zweite jedoch vielleicht zu Unrecht so viel weniger bekannt und gespielt. Es zeigt alle typischen Qualitäten Bruch'scher Musik: geniale Melodien und unerschütterliche Romantik, dabei eine gesanglich geführte Violinstimme.

Das Konzert beginnt recht ungewöhnlich mit einem großen Adagio-Satz. Auch wenn Brahms diese Idee eines langsamen Eröffnungssatzes nicht billigen wollte – das sei „für normale Menschen nicht auszuhalten“ –, mir kommt es jedenfalls entgegen, gleich zu Beginn des Konzertes die lyrischen Qualitäten der Geige in den Vordergrund zu stellen. Bruch schrieb dieses Werk für den Virtuosen Sarasate, und so kommen im Laufe des Konzertes auch die dramatisch-virtuosen Aspekte nicht zu kurz. Das Werk enthält also alles, was ein großes romantisches Violinkonzert ausmacht. Ich möchte Sie herzlich dazu einladen, dieses im heutigen Konzertleben nur selten zu hörende aber dennoch originelle Werk für sich im Konzerthaus zu entdecken.

Konzerthaus: Viviane Hagner und das Konzerthausorchester, 6.-8.6., jeweils 20 Uhr

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