DAS SPIELE ICH : Wer nicht fühlen will, muss hören

Künstler verraten, warum ihnen ein Werk am Herzen liegt. Diesmal: Albert Lang, Regisseur .

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FOTO:  PARALLELAKTIONFoto: Rolf Arnold, Industriestr. 52, 0

„Das Kalkwerk“ nach Thomas Bernhard, das der Berliner Komponist Helmut Oehring geschrieben hat und zur Uraufführung bringt, besteht aus Reden – Reden der anderen über Konrad, der ins Kalkwerk gezogen ist, um eine Studie zu schreiben, und dann seine Frau erschossen hat. Wenn sich die Erzählung von Konrad in Bernhards Roman in den Reden der anderen entfaltet, so wollen wir genau dies auch auf der Bühne haben. Wir bringen keine Szenen einer Ehe auf die Bühne, sondern das Vergnügen an der Kolportage. So schrieben wir auch überhaupt keine Frau Konrad in das Libretto. Vor ihrem Tod war diese bereits lebendig begraben, zum Verschwinden gebracht worden, nicht nur durch den französischen Krankensessel, an den Thomas Bernhard die Verkrüppelte fesselte, sondern durch die Entsubjektivierung, die ihr Konrad zufügte, als er sie zum bevorzugten Versuchsobjekt seiner Gehörexperimente macht. Das Kalkwerk ist zugleich Ort der Bestimmung und Verdunklungsort. Das Theater- und Performancekollektiv Parallelaktion wird gemeinsam mit dem Ensemble Mosaik Helmut Oehrings Komposition zum ersten Mal auf die Bühne bringen.

Radialsystem V.: „Kalkwerk“ – ein Musiktheaterprojekt von Helmut Oehring und

Parallelaktion, Premiere 14.2., 20 Uhr

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