Zeitung Heute : Das Testament des Malers Wie Edvard Munch

Oslo beschenkte

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Dutzende Gründe gibt es, um Oslo zu besuchen. Aber einer wäre schon genug: das Munchmuseum. 1100 Gemälde, 4500 Zeichnungen und 18 000 Drucke des Künstlers beherbergt der moderne, mit viel Glas hell gestaltete Bau im Osten der Stadt. In seinem Testament hatte Edvard Munch, gestorben im Januar 1944, all seine im eigenen Besitz befindlichen Werke der Stadt Oslo vermacht. Und das, obwohl er zeitlebens ein eher gespaltenes Verhältnis zu Oslo hatte. „Stadt der Schmerzen“ hat er sie mal genannt. Dankbar und stolz hat Oslo das reiche Erbe angetreten – und für Munchs Kunst ein Museum gebaut. 1963 öffnete es seine Pforten und wurde in den 90er Jahren erweitert und modernisiert.

In variierenden Ausstellungen werden hier die Werke des großen Norwegers gezeigt. Aufgrund der riesigen Sammlung kann nicht alles zur selben Zeit präsentiert werden, vieles schlummert in den Archiven. Auch das Ölbild „Der Schrei“ besaß das Osloer Museum – bis zu jenem Augusttag 2004, als bewaffnete Männer das Gebäude stürmten und es, ebenso wie das Ölbild „Madonna“, raubten. Von beiden Gemälden fehlt noch immer jede Spur. Nach Schließung aufgrund von Sicherheitsumbauten ist das Museum seit diesem Sommer wieder geöffnet. Es beschränkt sich nicht auf die Kunst Munchs, sondern zeigt seine Werke auch im Kontext von Kollegen seiner Zeit. Noch bis zum 8. Januar 2006 etwa in der Ausstellung : „1905 1935 Expression! – norwegische und deutsche expressionistische Kunst. Zum Museum gehört natürlich ein Café und ein reich bestückter Shop, in dem Munch auch auf Adressbüchern, Tassen und Schirmen zu haben ist. kai

Munchmuseum, Tøyengata 53, im Internet: www.munch.museum.no

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