Zeitung Heute : Das von Springer erwirkte einstweilige Verteilverbot wird von Gegner Schibsted umgangen

Der "Kölner Zeitungskrieg" beschäftigt die Gerichte: Der norwegische Medienkonzern Schibsted legte am Dienstag Widerspruch gegen eine vom Axel Springer Verlag erwirkte einweilige Verfügung ein, die Schibsted die Verteilung der kostenlosen Morgenzeitung in Köln untersagt hatte. Das Blatt "20 Minuten Köln" werde bis zu einer endgültigen Entscheidung des Gerichts allerdings künftig mit dem Hinweis "kostenlose Probeausgabe" versehen, teilte Schibsted mit. Der Axel Springer Verlag (Berlin/Hamburg) hatte vor dem Landgericht Berlin die einstweilige Verfügung erwirkt. Das Gericht folgte damit nach Darstellung der Sprecherin des Springer-Verlags, Edda Fels, der Verlagsauffassung, dass eine massenweise Verteilung von Gratiszeitungen wettbewerbswidrig sei. Der Sprecher der Berliner Schibsted AG, Achim Schmitt, zeigte sich überzeugt, dass die Verfügung vor Gericht keinen Bestand haben werde. "Wir fordern Springer auf, sich wieder auf das Feld des journalistischen Wettbewerbs zu begeben."

Das Erscheinen von "20 Minuten Köln" am Montag vergangener Woche hatte Gegenreaktionen ausgelöst: Der Springer-Konzern, der mit "Bild" die auflagenstärkste Kaufzeitung Europas besitzt, kam in Köln ebenfalls mit einer kostenlosen Zeitung ("Köln extra") als "Abwehrmaßnahme" auf den Markt. Der Kölner Verlag M. DuMont Schauberg ließ zunächst eine Gratis-Zeitung ("Express Leseprobe") verteilen und verschenkt seit Dienstag massenweise Gutscheine für jeweils ein Exemplar seiner Kaufzeitung "Express".

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