Zeitung Heute : Datensicherheit: Stimmen statt Passwörter - Neue Verschlüsselungstechniken

Vor zehn Jahren, als die meisten Menschen Hacker noch für Gestalten aus Science-Fiction-Filmen hielten, kamen rund hundert Experten für Verschlüsselungstechnik in einem Hotel in San Francisco zusammen, um ihre Ideen auszutauschen. Inzwischen ist das Internet für viele Menschen zu einem Teil ihres Alltags und zu einer Plattform geworden, auf der im vergangenen Jahr Güter im Wert von 742 Millionen Euro gehandelt wurden. Und die kleine Zusammenkunft von Kryptografen ist zu einer Mammutveranstaltung mit Konferenz und Messe geworden: Rund 10 000 Teilnehmer haben sich in diesem Jahr zur RSA Conference 2001 angemeldet.

Wie wichtig Sicherheit im Internet inzwischen geworden ist, zeigt sich daran, dass Konzerne wie Microsoft, IBM, Intel, Compaq und Hewlett-Packard zu den Sponsoren gehören. "Die ganze Sache ist inzwischen erwachsen geworden", sagt Michael Ruehle von BioID America. Seine Firma hat sich auf biometrische Sicherheitstechniken spezialisiert: Zur Überprüfung der Identität werden Gesicht, Stimme und Lippenbewegungen kontrolliert.

Solche Verfahren gibt es zwar schon seit einigen Jahren, konnten sich aber bislang nicht gegen die simple Passwortabfrage durchsetzen. Passwörter können zwar leicht gestohlen werden, sind aber billiger als biometrische Verfahren. Ändern könnte sich dies durch die inzwischen in Deutschland und den USA gesetzlich geregelte Möglichkeit der digitalen Signatur. Die derzeit größte Herausforderung ist Betrug im Internet. Schätzungen zufolge sind Betrugsdelikte im weltweiten Datennetz acht bis zwölf Mal häufiger als im normalen Leben. Ein Schwerpunkt der Konferenz war die Entwicklung von Standards für sichere Transaktionen über Mobilfunkgeräte - das Sicherheitsthema der mobilen Zukunft.

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