Zeitung Heute : DDR-Bilder: Der Blick zurück

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Eine nette, kleine Welt hatte sich die DDR-Führung nach Kriegsende aufgebaut. Doch Ende der fünfziger Jahre drohte der Sozialismus wirtschaftlich zu scheitern. Eine Mauer musste her, um die Menschen an der Flucht zu hindern. Das "schönere Leben" fand fortan wie in einem Käfig statt, der nicht einmal golden war.

Der Berliner Fotograf Hans-Joachim Helwig-Wilson hat mit seiner Kamera das Alltagsleben in Ost-Berlin und der DDR kurz vor dem Mauerbau eingefangen. 50 Fotografien gelangten nun unter dem Titel "Der staatsfeindliche Blick" ins Web.

Die Zeitreise wurde konzipiert vom Berliner Landes-Beauftragten für Stasi-Unterlagen. Ob bei Demonstrationen oder Sportfesten, in Geschäften oder Kantinen - immer hatte Helwig-Wilson ein Auge für die Menschen. Der Fotograf selbst hat teuer für die Weitergabe seiner Bilder bezahlen müssen. Wenige Tage, nachdem er auch den Mauerbau fotografiert hatte, wurde er von der Stasi wegen angeblicher Spionage verhaftet. Nach vier Jahren Zuchthaus kaufte ihn die Bundesregierung frei, Helwig-Wilson arbeitete fortan in West-Berlin.

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