Zeitung Heute : Dekorativ und wetterfest

Der Belag für eine Terrasse ist nicht nur eine Geschmacks- sondern vor allem eine Kostenfrage

Harald Olkus

Ob zum Feiern oder für ein Nickerchen im Liegestuhl – Terrassen werden bei warmen Wetter gerne als Zweit-Wohnzimmer genutzt. Und so liegt es nahe, solche Freiluftfläche auch dementsprechend zu gestalten. Wurden früher häufig einfache Waschbetonplatten verlegt, soll der Belag heute auch optisch etwas hermachen. Vom Naturstein und dem veredelten Betonpflaster bis hin zum Holzbelag sind der Fantasie und dem Preis kaum Grenzen gesetzt. Doch für welches Material man sich entscheidet, ob Fliesen, Holz, Naturstein oder Beton – jeder Belag benötigt einen fachgerecht angelegten Unterbau, um dauerhaft plan zu bleiben.

Holzterrassen werden bei vielen Hausbesitzern immer beliebter. Denn der Naturstoff schafft nicht nur eine wohnliche Atmosphäre, sondern erwärmt sich im Sommer nicht zu stark. Doch für unsere klimatischen Verhältnisse sind nicht alle heimischen Holzarten geeignet. Wirklich lange halten Tropenhölzer. Zum Beispiel das aus Südostasien stammende Bangkirai. Das Holz dieses bis zu 50 Meter hohen Laubbaums ist olivgrün bis rot-bräunlich gefärbt, sieht sehr edel aus und überzeugt vor allem durch seine Härte, Festigkeit und Witterungsbeständigkeit sowie durch seine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Insekten und Pilzen. Um ein Vergrauen zu verhindern, ist – wie bei allen Holzarten – eine regelmäßige Behandlung mit einem speziellen ölhaltigen Reinigungsmittel empfehlenswert. Doch die Verwendung von Tropenholz, auch wenn es nicht aus illegalem Raubbau stammt und zertifiziert ist, ist nicht nur eine Kosten- sondern vor allem stets auch eine Gewissensfrage.

Ähnliche Eigenschaften wie Hartholz zeigen Böden aus Holzverbundwerkstoffen. Bei diesem Werkstoff werden in einem speziellen Hitzeverfahren Holzfasern mit Polyprophylen verbunden. Sie sind schnell zu verlegen, wetterfest und frei von Pilz- oder Insektenbefall. Eine spezielle Oberflächenbehandlung ist nicht erforderlich.

Betonpflastersteine sind nicht nur witterungs- und frostbeständig, sondern auch widerstandsfähig gegen Abrieb und gut begehbar. Auch der günstige Preis spricht für diesen Baustoff. Beton- und Betonwerksteinplatten werden mit rauer, profilierter aber auch polierter Oberfläche angeboten. Allerdings kann Letztere bei Nässe gefährlich glatt werden. Auch hier ist es ratsam, sich vom Fachmann beraten zu lassen.

Die Oberklasse der Steinbeläge sind echte Natursteine – Granit, Sandstein, Quarzit und auch Schiefer, Basalt oder Porphyr. Sie sind an Härte, Farbbeständigkeit und Langlebigkeit nicht zu übertreffen. Ein gutes Beispiel bieten die Berliner Gehwegplatten aus Granit, die vor mehr als hundert Jahren verlegt wurden und großen Belastungen ausgesetzt waren und sind. Etwas Besonderes dürfte ein Terrassenbelag aus Schiefer sein mit seiner interessanten Oberfläche. Da der Stein aber aus vielen Schichten besteht, die sich voneinander lösen können, sind farbliche Veränderungen mit der Zeit nicht auszuschließen.

Der Quadratmeterpreis von Natursteinen ist jedoch verhältnismäßig hoch und die Verlegung aufwendig. Während Betonplatten oder -steine alle genormt sind, haben Natursteine unregelmäßige Kanten und unterschiedliche Höhen. Jede dieser Platten oder Steine muss mit der Wasserwaage angepasst und einzeln ins Schotter- oder Kiesbett geklopft werden.

Was das Anlegen einer gepflasterten Terrasse betrifft, so ist das nur etwas für geschickte Heimwerker mit Vorkenntnissen. Große Aufmerksamkeit verdient der Unterbau. Der Boden muss über die gesamte Fläche – am besten mit einem Minibagger – ausgehoben werden. Die Tiefe richtet sich je nach Bodenbeschaffenheit und späterer Belastung. Die Randeinfassung sollte aus einbetonierten Platten bestehen. Auf die gesamte Fläche kommt als Drainage eine Schotter- oder Kiesschicht, anschließend eine dünne Lage Sand, auf der die Platten oder Pflastersteine verlegt werden. Keinesfalls darf das Gefälle vergessen werden. Es sollte zwei bis drei Prozent betragen und selbstverständlich vom Haus weg verlaufen.

Holzterrassen sind vergleichsweise einfach zu errichten. Als Unterbau werden Punktfundamente benötigt, auf denen Balken als Unterkonstruktion für den Belag befestigt werden. Eine andere Möglichkeit ist eine Holztragstruktur, die auf einem Streifenfundament gegründet sein sollte. Wichtig ist dabei, dass ein Abstand von mindestens 30 Zentimetern zum darunter liegenden Kiesbett eingehalten wird, da das Holz sonst faulen kann. Doch gleichgültig, ob der Belag aus Holz, Beton oder Stein besteht – zum Genießen des Outdoor-Zimmers gehört in erster Linie ein warmer Sommer.

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