Zeitung Heute : Dem Körper geht die Energie aus

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Schiffskatastrophen fordern nicht selten Hunderte von Menschenleben. Die Opfer werden mitgerissen in die Tiefe, sterben eingeschlossen, werden erschlagen oder ertrinken . Wer sich zunächst retten kann, dessen Überlebensaussichten hängen stark von der Wassertemperatur ab. Das Rote Meer ist zurzeit gut 20 Grad warm. Doch selbst in einem relativ warmen Wasser wie diesem hält man nur begrenzte Zeit durch.

Der Körper hat eine Innentemperatur von rund 37 Grad. Außen an der Haut beträgt die Temperatur normalerweise um die 15 bis 20 Grad. Bei Kälte konzentriert der Körper seinen Kreislauf auf den Kern, Rumpf, Herz, Hirn – die wichtigsten Organe werden weiterhin durchblutet. Fingern, Armen und Beinen wird die Wärme entzogen .

Um gegen die Kälte anzukämpfen, fängt der Körper an zu zittern. Hinzu kommen die Angst und der damit einhergehende Stress: Adrenalin wird ausgeschüttet, der Puls schießt in die Höhe, die letzten Kräfte und Energiereserven des Körpers werden mobilisiert. Je aktiver und panischer man ist, desto schneller sind die Energien verbraucht.

Wie es zu dem Unglück kam, ist noch unklar, aber es soll bis zu zehn Meter hohe Wellen und starken Wind gegeben haben. Unter diesen Umständen fordert schon allein das Schwimmen viel Kraft.

Dem Körper geht allmählich die Energie aus – damit auch die Energie für die Wärme. Der Puls sinkt. Die Körpertemperatur sackt stetig nach unten. Erreicht sie im Körperinneren 32 Grad, gibt das Atemzentrum im Stammhirn seine Funktion auf. Bei einer Wassertemperatur von 20 Grad geschieht dies innerhalb eines Zeitraums von etwa vier bis zehn Stunden.

Doch nicht nur Unterkühlung droht. Eine weitere Gefahr bei Schiffskatastrophen wie das Fährenunglück im Roten Meer sind Haie. Sie werden von dem Blut der Verletzten angelockt. bas

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