Zeitung Heute : Dem Kreisel droht die Sperrung

Das asbestverseuchte Hochhaus muss saniert oder abgerissen werden – noch ist nichts entschieden

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Die Zeit für eine Lösung des Asbestproblems im Steglitzer Kreisel an der Schloßstraße wird knapp. Ende 2007 muss das 27stöckige Bürohochhaus aus den 70er Jahren gesperrt werden, falls bis dahin keine Sanierung begonnen hat. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf verlöre seinen Hauptsitz. Nur in den Sockelgeschossen mit den Läden, dem Hotel und dem BVG-Busbahnhof wurde der Asbest schon entfernt. Eigentümer ist dort die Immobilienfirma Becker & Kries, während das Hochhaus dem Land Berlin gehört.

Jetzt ist Becker & Kries bereit, auch das Hochhaus zum „symbolischen Preis“ zu erwerben und auf eigene Kosten zu sanieren. Dafür wären nach Schätzung des Unternehmens rund 73 Millionen Euro nötig. Die Bezirksverwaltung soll als Mieter im Kreisel verbleiben, laut Becker & Kries ist die Sanierung im laufenden Betrieb möglich.

Dies bezweifelt jedoch eine Ingenieurgesellschaft, die für den Bezirk eine Machbarkeitsstudie erstellt hat. Die Gutachter halten eine vorübergehende Räumung für nötig. Das Bezirksamt prüfte schon einige Ersatzstandorte, stuft diese allerdings als wenig geeignet ein. So gilt ein Teil der verfügbaren Grundstücke als zu abgelegen.

Auch ein Abriss des Hochhauses ist weiterhin nicht ausgeschlossen. Das Bezirksamt bevorzugt zwar eine Sanierung, doch die Entscheidung über die Vorgehensweise werden der Senat und das Abgeordnetenhaus fällen. Unterdessen sucht die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nach möglichen weiteren Investoren. In wenigen Tagen soll ein Interessenbekundungsverfahren starten. Auf der bezirklichen Ebene sind die nächsten Beratungen über die Zukunft des Kreisels für Juli geplant.CD

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