Zeitung Heute : Demokratische Musik und der Sound der Grenzzäune

Wie wird über die Musik und in der Musik politisch „gesprochen“? In einer Reihe von Vorträgen erkunden die Mosse-Lectures in diesem Semester die politische Ausdrucksfähigkeit von Komposition, konzertanter Musik und Musiktheater. Für Claudio Abbado, den ehemaligen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, ist das musikalische Schaffen stets verbunden mit einem verantwortlichen Handeln in der Gesellschaft. Im ganz persönlichen politischen Engagement zur Förderung und zum Erhalt der Demokratie und der Umwelt oder mit seinen Initiativen zur Gründung verschiedener Jugendorchester.

Anlässlich seiner Konzerte in der Berliner Philharmonie im Mai wird Claudio Abbado am 19. Mai im Gespräch mit dem Schauspieler Bruno Ganz in der Humboldt-Universität auftreten. Nicht nur in der populären, auch in der so genannten Neuen Musik geht es um ein politisches Verhältnis zur Welt, um die Veränderungen von Hörgewohnheiten – zu erleben ist das in den Kompositionen von Helmut Lachenmann am 12. Mai. Heiner Goebbels spricht am 23. Juni über das politisch wirksame Musiktheater, die gebürtige Kubanerin Tania León am 26. Mai über kulturelle Grenzüberschreitungen in der Musik. Um neuartige Raum- und Klangexperimente geht es in den Soundinstallationen von Jon Rose an den Grenzbefestigungen zu den Palästinensergebieten in Israel, den Grenzzäunen der USA zu Mexiko, den Demarkationslinien in Korea und in den Territorien der Aborigines in Australien (9. Juni). Hermann Danuser, Professor für Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität, wird am 5. Mai den einleitenden Vortrag halten.

Die Veranstaltungen finden jeweils am Donnerstag um 19 im Senatssaal oder im Audimax statt. HU

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar