DEMONSTRATIONEN IN KIEW : Mit Hilfe von oben

Die Demonstranten auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz haben geistlichen Beistand: Mehreren Priestern reichte Oppositionsführer Witali Klitschko am Montag das Mikrofon, damit sie zu den proeuropäischen Regierungskritikern sprächen. Gut eine Stunde lang beteten sie bei starkem Schneefall mit den ausharrenden Demonstranten für eine friedliche Lösung im Machtkampf. Als Polizisten eine Straße beim besetzten Rathaus abriegeln, stellt sich ein Geistlicher zwischen Sicherheitskräfte und

Oppositionelle. Schon mehrfach verhinderten in Kiew Priester eine Zuspitzung des Konflikts.

Rückendeckung bekommt die proeuropäische Opposition besonders von der

griechisch-katholischen
und der orthodoxen

Kirche
des Kiewer Patriarchats, der Klitschko angehört. Als vor gut einer Woche eine Sondereinheit der Polizei die Demonstranten mit Gewalt vom Unabhängigkeitsplatz vertrieb, wurde das nahe gelegene orthodoxe Michaelskloster ihr Zufluchtsort. Inzwischen stehen fast alle Kiewer Kirchen in den bitterkalten Nächten für die Demonstranten offen. Viele übernachten dort in Schlafsäcken. KNA

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