Zeitung Heute : Den Kern erkennen

Das IfG gewinnt mit einem neuen Röntgenverfahren

Kleine Truppe für Kleinserien. Die Mitarbeiter der Institute for Scientific Instruments GmbH hat ein Gerät für die Röntgenanalytik auf Laserbasis entwickelt. Foto: Promo
Kleine Truppe für Kleinserien. Die Mitarbeiter der Institute for Scientific Instruments GmbH hat ein Gerät für die Röntgenanalytik...

Das IfG – Institute for Scientific Instruments ist ein Forschungs- und Entwicklungsunternehmen auf dem Technologiecampus Adlershof, das sich auf die Herstellung von Komponenten und Geräten für die Röntgenanalytik spezialisiert hat. Hier gibt es keine Massenware, sondern hoch spezialisierte Mess- und Prüfgeräte für Wissenschaft und Industrie.

Mit seiner neuesten Entwicklung, einer Röntgenquelle auf Laserbasis, die Pulse in der atemberaubenden Geschwindigkeit von einer Billardsten Sekunde ausstößt und zur Untersuchung molekularer Strukturen eingesetzt wird, revolutioniert das IfG gerade die Prüf- und Analysemöglichkeiten für Naturwissenschaftler und Ingenieure. „Eigentlich möchten wir Quasi-Filmaufnahmen atomarer Bewegungen aufnehmen, um damit etwas über den Zusammenhang zwischen den physikalischen Eigenschaften und der Struktur eines Werkstoffes zu lernen“, beschreibt Projektleiter Timo Trobitzsch-Ryll die Anwendung der sogenannten PXS. Für die meisten mag das abstrakt klingen, aber für Forscher und Qualitätsprüfer in der Halbleiterindustrie, Nanotechnologie, Pharmazie oder Materialwissenschaft bedeutet diese Innovation eine enorme Arbeitserleichterung. Zwar können sie jetzt schon bestimmte Experimente und Prüfvorgänge in Großgeräten, wie dem Teilchenbeschleuniger am Forschungszentrum Deutsches Elektronen-Synchrotron im Hamburg durchführen, aber dafür müssen sie nicht nur lange Wartezeiten auf einen Laborplatz in Kauf nehmen, sondern auch komplizierte Anträge stellen.

„Unser Gerät ist dagegen relativ klein und kann in jedem Labor aufgestellt werden“, sagt Trobitzsch-Ryll. „Außerdem ist es kostengünstig, so dass es sich für bestimmte Unternehmen und Forschungsinstitute lohnt, eines anzuschaffen.“ Die Innovation liegt aber nicht nur in der Größe und der Kostenstruktur, sondern auch in der unkomplizierten Handhabung. Außerdem ist das IfG derzeit der einzige kommerzielle Anbieter weltweit für eine solche Laser-Plasma-Quelle als wissenschaftliches Gerät für den Einsatz in Instituten und Laboren. „Kompaktheit, Kompatibilität und Kosten des Systems sowie Stabilität, Zuverlässigkeit und Nachweisempfindlichkeit machen den umfassenden Einsatz der Innovation für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen wahrscheinlich, für kommerziellen Erfolg dürfte großes Potenzial in Forschung und Industrieexistieren“, urteilt die Jury des Innovationspreises und kürt das IfG als einen der diesjährigen Gewinner.

„Wir sind unter den Nominierten schon so etwas wie Exoten“, meint Trobitzsch-Ryll und freut sich daher besonders über die Ehrung. Gerade für die kleinen Partnerunternehmen, mit denen das IfG die Tabeltop-PXS zur Marktreife gebracht hat, könne der Gewinn des Innovationspreises zur klaren Umsatzsteigerung führen. „Außerdem honoriert der Preis den hohen Innovationsgrad und das Potenzial des Technologiestandorts Adlershof.“ Tong-Jin Smith

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