Zeitung Heute : Den richtigen Weg gefunden

Seit einem Motorradunfall wird Marian Hohmuth von der Unfallkasse Nord gefördert. Wichtiger als die finanzielle Unterstützung ist für ihn sein eigener Ehrgeiz und der Wille, ins aktive Leben zurückzukehren

Mit dem Motorrad war der 21-jährige Marian Hohmuth im Juni 1994 zur Schule unterwegs, als ihm ein Autofahrer die Vorfahrt nahm. Ein Unfall, der sein Leben für immer verändern sollte, denn die Diagnose lautete „inkomplette Querschnittlähmung vom 12. Brustwirbel abwärts“. Seither ist Marian Hohmuth auf seinen Rollstuhl angewiesen.

Da der Unfall auf dem Schulweg passierte, war die Unfallkasse Nord für Marian Hohmuth zuständig. Die ersten dreieinhalb Monate nach dem Unglück wurde er im Unfallkrankenhaus Hamburg betreut. Dort wurde dem zuvor leidenschaftlichen Basketballer und Leistungsruderer ein breit gefächertes Angebot an Sportarten vorgestellt: Vom Bogenschießen und Krafttraining über Rollstuhlbadminton und Rollstuhltischtennis bis hin zum Kart- und Quadfahren probierte er alles aus. Der Besuch eines Liga- Rollstuhlbasketballspiels weckte schließlich seinen sportlichen Ehrgeiz aufs Neue. Direkt nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus suchte sich Marian Hohmuth einen Verein und spielt mittlerweile mit den „Nusse Rams“. „Der Sport ist unheimlich gut für die Psyche. Hier kann ich mich mit Gleichgesinnten messen, lerne neue Leute kennen und komme raus. Das ist auch immens wichtig für den Heilungsprozess“, sagt Marian Hohmuth heute. „Außerdem wird der Alltag durch die gewonnene Bewegungsfreiheit wesentlich angenehmer.“

Das Angebot des Unfallkrankenhauses sei für ihn ein wichtiger Faktor auf dem Weg zum Sport und ins aktive Leben gewesen, doch müsse auch immer der eigene Ehrgeiz dazukommen, sagt Hohmuth im Rückblick. Ehrgeizig zeigte er sich auch, was seinen beruflichen Werdegang betraf. Seinem Beruf als gelernter Zimmermann konnte er nach seinem Unfall nicht mehr nachgehen. Jedoch eignete er sich das Wissen an, um in einer Zimmerei mehrere Jahre als Bürokraft zu arbeiten. Unterstützung erhält er weiterhin von der Unfallkasse Nord. Durch die gesundheitliche Rehabilitation sowie eine Wohnungs- und Kfz-Hilfe der UK Nord hat Marian Hohmuth seine Selbstständigkeit wiedergewonnen. „Es ist gut, die UK Nord im Rücken zu haben. Ich hatte immer das Gefühl, erstklassig versichert zu sein“, sagt Hohmuth.

Sein sportlicher Ehrgeiz hat ihn zurück ins aktive Leben geführt. So hat der Vater von zwei Kindern auch an den Deutschen Meisterschaften im Wasserski teilgenommen und weiß: „Es steht einem alles offen – man muss es nur wollen. Dann findet man den Weg.“ PZ

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