Zeitung Heute : Den Schmerz spürt man nicht

Wie Opiate auf das Nervensystem einwirken

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Wenn es ein Opiat war, das die AntiTerror-Einheit eingesetzt hat – womit haben wir es dann zu tun? Die bekanntesten Opiate sind Morphin und Heroin. Heroin wirkt wie Morphin, ist aber fünf- bis zehnmal stärker. Das „Fentanyl“, das jetzt im Verdacht steht, ist ein Opiat, das besonders narkotisch wirkt. Alle drei Opiate wirken auf das Nervensystem. In unserem Hirn und Rückenmark gibt es Zellen, die auf ihrer Oberfläche Andockstellen („Rezeptoren“) haben. Diese Rezeptoren sind wie Schlösser, in denen nur ein bestimmter Schlüssel passt – zum Beispiel ein Opiat („Opiatrezeptoren“). Ist der Schlüssel im Schloss, aktiviert oder hemmt er die Zelle. Ein Opiat wie Heroin besetzt die Strukturen im Nervensystem so, dass Schmerzen unterdrückt und Glücksgefühle ausgelöst werden. Opiate hemmen auch das Atemzentrum im Hirn. Bei einer Überdosis droht Atemstillstand. Hier können Gegenmittel wie Naloxon oder Naltrexon wirken. Sie ähneln in ihrer Struktur den Opiaten, passen ins gleiche Schloss, haben aber entgegengesetzte Wirkung. Sie können das Opiat von den Andockstellen „wegwischen“, indem sie sich selbst „draufsetzen“. Das funktioniert auch prophylaktisch: Nimmt man Naloxon, besetzt es die Andockstellen und sorgt dafür, dass das Opiat nicht andocken kann. Vielleicht brauchten die Spezialkräfte deshalb keine Schutzmasken. bas

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