Zeitung Heute : Den Wind durch die Haare streifen lassen

Ingo Dahlern

Viele neue Cabrios gibt es zur jetzt beginnenden Saison - ganz aktuell den MG TF und das Audi Cabrio. Doch auch so mancher Roadster-Klassiker lockt. Der bekannteste und wohl auch erfolgreichste davon ist der Mazda MX-5. Er erschien 1989, als die klassischen Roadster von der Bildfläche verschwunden waren. Und es gelang ihm, die fast vergessene Tradition neu zu beleben. Er wurde zu einem Erfolgsmodell weltweit und auch auf dem deutschen Markt. Denn von den mehr als 60 000 bislang gebauten MX-5 fanden bis Ende 2001 immerhin 62 000 ihre Käufer in Deutschland. Konsequent modellgepflegt ist der MX-5 auch heute noch ein attraktives Angebot, das mit klassischem Hinterradantrieb und zwei Triebwerken zur Wahl steht - als 1,6-Liter mit 81 kW (110 PS), der in der Basisversion 19 990 Euro kostet, und als sehr flotter 1,9-Liter mit 107 kW (146 PS) für 23 190 Euro. Und etwa Ende Mai stellt man bei Mazda eine limitierte Serie mit dem Namen Phönix auf die Räder, die mit beiden Triebwerken verfügbar ist und auf extravanganten 15-Zoll-Felgen rollt, lederbezogene Sitze und Türverkleidungen sowie ein Nardi-Lenkrad hat und viele andere Details - noch nicht bekannt ist derzeit allerdings der Preis.

Ein weiterer inzwischen fast zum Klassiker gewordener offener Zweisitzer, der auch für die nächsten Jahre im Fiat-Programm bleiben wird, ist der Fiat Barchetta. Auch er steht in der Tradition der zweisitzigen Roadster, allerdings nicht mit angetriebenen Hinterrädern, sondern mit Frontantrieb, steht er doch auf der Punto-Plattform. Der knapp 3,92 Meter lange Zweitürer wird von einem 1,8-Liter-Vierventilmotor mit 96 kW (131 PS) angetrieben und in dieser Saison besonders preiswert als Barchetta Amalfi für 19 700 Euro angeboten. Auf den Zug der zweisitzigen Roadster sprang später auch BMW auf - mit dem Z3, der im nordamerikanischen BMW-Werk in Spartanburg vom Band rollt und sich gerade auf einen Generationswechsel vorbereitet.

Ein aktuelles Angebot für dieses Frühjahr ist auch Opels Astra Cabrio Turbo. So stark wie er war bislang noch kein offener Opel. Denn unter seiner Motorhaube arbeitet der 141 kW (192 PS) leistende 2,0-Liter-Ecotec-Motor, der mit einem maximalen Drehmoment von 250 Nm beeindruckt. Damit setzt sich die viersitzige Hochleistungsversion des offenen Viersitzers an die Spitze der Cabrio-Familie, deren verschiedene Versionen nach dem Start im vergangenen Jahr bislang in rund 15 000 Exemplaren gebaut wurden. 8,0 Sekunden genügen dem eleganten Cabrio, das bis zu 242 km/h schnell ist, für den Spurt auf Tempo 100. Technisch ist es weitgehend identisch mit dem Astra Coupé Turbo, das ebenfalls bei Bertone in Grugliasco nahe Turin gebaut wird. Serienausstattung ist die Fahrdynamikregelung ESP. Für das elektrisch betätigte Cabrio-Dach gibt es eine Fernbedienung und ein Windschott erlaubt zugfreies Fahren mit offenem Dach selbst bei nicht gerade cabriotauglichen Außentemperaturen. Den offenen Astra gibt es aber nicht nur als flotten Turbo für 31 000 Euro. Denn der Einstieg zum offenen Fahren bei Opel ist bereits für 21 200 Euro möglich mit dem 1,7-Liter mit einer Leistung von 74 kW (100 PS).

Reden wir noch über ein attraktives Auto aus Frankreich, das mit der erstmals beim Mercedes SLK verwirklichten Technik eines metallenen Variodachs antritt. Solche Autos lassen sich sekundenschnell von einem Cabrio in ein Coupé verwandeln und umgekehrt. Die Rede ist vom besonders preiswerten Peugeot 206 CC, einem Cabrio-Coupé, das nach vielen Ankündigungen im letzten Jahr endlich auf den Markt kam. Ein Knopfdruck genügt, und aus dem voll wintertauglichen Coupé wird ein echtes zweisitziges Cabrio und umgekehrt. Die Technik entspricht der Limousine Peugeot 206 und auf dem deutschen Markt ist der 206 CC mit 80 kW (109 PS) leistendem 1,6-Liter und 100 kW (136 PS) leistendem Zweiliter verfügbar - auf Wunsch auch mit Automatikgetriebe. Die Preise beginnen bei 17 900 Euro.

Sie reichen bei den Cabrios bis weit über 100 000 Euro, wenn man an so exklusive Modelle wie den BMW Z8 für 122 700 Euro, den Mercedes SL 55 AMG für 124 236 Euro oder auch den Bentley Azure für 329 200 Euro denkt. Für gerade einmal zehn Prozent dieses Preises bekommt man offene Autos wie den Honda S 2000 für 32 968 Euro, den BMW 318 Ci Cabrio für 31 400 Euro oder den offenen Saab 9-3 S 2.0 T für 31 450 Euro. Ein preiswertes Angebot ist auch der viersitzige Chrysler Sebring Cabrio 2.0 LX für 28 500 Euro als klassischer Amerikaner, während das Fahren ohne Dach bei Porsche mindestens 49 764 Euro für den Boxster mit Textildach kostet.

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