Zeitung Heute : Den Zuhörer im Blick

Überzeugen (2): Auf den Körper kommt es an

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Das schicke neue Kostüm? Ist vielleicht für den großen Auftritt genau falsch. Denn wer im Bewerbungsgespräch, bei der Prüfung oder vor Fachpublikum überzeugen möchte, sollte sich körperlich sicher fühlen – und nicht durch ungewohnte Nähte behindert werden. „Lieber Kleidung tragen, die man kennt“, empfiehlt Annette WeberDiehl, die seit vielen Jahren als Rhetorik-Trainerin, Sprecherin und Moderatorin arbeitet.

Wer unter Lampenfieber leidet und befürchtet, seinen Vortrag durch Stottern, Erröten oder seltsame Übersprungshandlungen zu beeinträchtigen, sollte sich klarmachen: „Lampenfieber ist ein Fluchtverhalten. Bewegung hilft, den Impuls in den Griff zu kriegen“, so Weber-Diehl. Also: Vor dem Vortrag auszappeln oder die Treppe hoch- und runterlaufen – und warten, bis sich der Atem beruhigt hat, bevor man den Raum betritt, in dem das Publikum wartet. Möglichst sollte man sich den Raum bereits vorher angeschaut haben: Wo werde ich stehen oder sitzen, wieviel Bewegungsfreiheit habe ich?

Überzeugen, das heißt auch: Zu seiner Meinung stehen und den Blickkontakt mit dem Publikum nicht scheuen. „Zu Beginn des Vortrags sollte man sich rechts, links und mittig im Saal sympathische Personen auswählen und sie beim Reden angucken“, sagt Weber-Diehl. „Während der Rede kann man sich dann auch zu den anderen Zuschauern vorarbeiten.“

Viele Vortragende neigen dazu, bei Nervosität besonders schnell zu sprechen. Für sie hat Annette Weber-Diehl einen musikalischen Rat: „Summen Sie vor der Rede innerlich einen langsamen Walzer. “ D.N.

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