Zeitung Heute : Der ARD-Sommer wird märchenhaft

MARIEKE SCHÜTTE

"Es gibt ein Supertrooper-Ferienprogramm" verspricht die Moderatorin aus dem ARD-Werbetrailer.Damit meint sie Sendungen wie die Trickfilmserie "Maus und Monster", weitere Folgen von "Pumuckl TV", "Philipps Tierstunde" und dem "Tigerenten-Club", sowie den "Teletubbies" und der Erfolgsserie "Schloss Einstein", die die ARD als Highlights ihres Sommerprogrammes am Donnerstag in Berlin präsentierte.

Am 5.Juli 1999 beginnt das Ferienprogramm der ARD unter dem Motto "Märchenhafter Sommer": "Schloss Einstein", das derzeitige Glanzstück der ARD, soeben mit dem "Goldenen Spatzen", dem Fernsehpreis für Kinderprogramme, ausgezeichnet, kommt mit zunächst dreißig neuen Folgen auf den Bildschirm.Sind die abgespult, wird das "Schloß Einstein" mit weiteren Folgen als Kinderweeky auf einen festen Sendeplatz am Sonnabendvormittag gestellt.Für den Leiter des WDR-Kinder- und Jugendprogramms, Dieter Saldecki, ist "Schloss Einstein das derzeit wohl modernste öffentlich-rechtliche Kinderprogramm - eine echte Alternative in der Welt der Soaps und Weeklys." Oldies des ARD-Kinderprogramms wie "Die Sendung mit der Maus", "Jim Knopf" und "Pumuckl" dürfen natürlich auch weiterhin nicht fehlen.Doch auch hier ist Fortschritt eingezogen: Marionettenfäden sind out, Lokomotivführer Lukas und seine Freunde bewegen sich ab Dezember 1999 - zeitgemäß animiert - als Zeichentrickfiguren durch 52 Folgen.Außerdem erwartet die Zuschauer mit neun mal sieben Minuten die längste Maus-Episode über den Bau eines Airbus.Etwa 2,9 Millionen Besucher hatte die Maus zu Beginn auf ihrer seit März 1998 existierenden eigenen Homepage zu verzeichnen.

Vier Informationsprogramme werden sich weiterhin sonnabends um 10 Uhr 03 in der ARD abwechseln: der "Kinderweltspiegel" (WDR) und "Abenteuer Welt" (MDR), "Chamäleon" (WDR) und "KIK - Kinderinfokiste", die nach Einschätzung von Rieke Müller-Kaldenberg (SWR) "auch für die Älteren interessant sind".Das ARD-Kinderprogramm habe also sehr wohl eine Lobby - "es gibt schließlich den Kinderkanal", so ARD-Programmdirektor Günter Struve.Doch den können nur die Kinder sehen, deren Eltern Kabelfernsehen empfangen.Die medienpädagogische Diskussion um die Kleinkinderserie "Teletubbies" bezeichnete Struve als "unverständlich".Er verwies auf die guten Quoten der Serie.

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