Zeitung Heute : Der Chef hilft beim Sparen

Jaqueline Link

Arbeitnehmer können sich über ihren Arbeitgeber eine zusätzliche Altersversorgung aufbauen. Das ist kostengünstig, wird steuerlich gefördert und verspricht eine gute Rendite. Seit 2002 kann man von seinem Chef verlangen, dass er Teile des Einkommens in Altersvorsorgebeiträge umwandelt. Trägt die Firma selbst noch etwas bei, dann spricht alles für eine betriebliche Vorsorge. Vor allem größere Unternehmen oder Branchen können mit externen Anbietern Sonderkonditionen aushandeln. So fallen häufig für den Vertrag keine oder nur geringe Abschlusskosten an. Laufende Verwaltungskosten sind bei größeren Mitarbeiterzahlen viel niedriger als im privaten Einzelvertrag. Beides steigert den Ertrag.

Die Vorsorge ist auf fünf Wegen möglich: mit einer Direktzusage, einer Unterstützungskasse, einer Direktversicherung, einer Pensionskasse oder einem Pensionsfonds. Dabei haben auch Arbeitgeber Vorteile, wenn ihre Angestellten über den Betrieb sparen. Denn auf Altersvorsorgebeiträge werden meist keine Sozialabgaben für Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung fällig. Das gilt auch für den Arbeitgeberanteil. 2008 endet die Sozialabgabenfreiheit allerdings.

Steckt ein Arbeitnehmer eigenes Geld per Gehaltsumwandlung in eine betriebliche Zusatzversorgung, kann er theoretisch zwischen drei Förderarten wählen oder diese kombinieren: Pensionskasse, -fonds, Direktversicherung. Nicht alle Förderwege sind aber über jeden Betrieb möglich. Zudem sind Obergrenzen und Fristen für die Förderung zu beachten.

Auch die Riester-Förderung kann im Betrieb genutzt werden. Die Förderung ist nicht besser als im Privatvertrag. Deshalb sollte sie lieber dort genutzt werden, denn mit betrieblicher Vorsorge sind Arbeitnehmer weniger flexibel als mit privater. Betriebliche Altersversorgung aus Gehaltsumwandlung ist aber oft nicht nur Sache eines einzelnen Unternehmens oder Angestellten. Ein Tarifvertrag kann vorschreiben, ob und auf welche Art sie in einem Unternehmen gestattet ist.

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