Zeitung Heute : „Der Doppeljahrgang erzeugt einen hohen Leistungsdruck“

Daniel Richter, 19, aus Kienwerder hatte auch 13 Jahre.
Daniel Richter, 19, aus Kienwerder hatte auch 13 Jahre.

„Meine Schwester macht ein Jahr nach mir Abi, sie hat nur zwölf Schuljahre. Es ist mir oft aufgefallen, dass ihre Klasse Stoff behandelt, der auch bei mir gerade dran ist, zum Beispiel Integralrechnung in Mathe. Sie war pro Woche immer zwei, drei Stunden länger in der Schule als ich.

Die Leute aus G8 haben weniger Zeit, um zu reifen. Ich habe den Eindruck, dass sie mehr arbeiten müssen, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. Man muss ja erst einmal lernen, wie man lernt. Es geht darum, zu differenzieren, was wichtig ist und was nicht.

Zu Beginn der Schullaufbahn denkt man immer: Die Lehrer wollen etwas von mir. Bis man erkennt, dass ich es bin, der etwas von den Lehrern will, vergeht oft viel Zeit. Ich hatte diese Erkenntnis in der 11. Klasse und ich glaube, sie ist sehr wichtig für das Abitur. Ob die jüngeren Schüler schon so weit sind, weiß ich nicht. Mir fällt auch auf, dass die Älteren unter uns klarere Vorstellungen von ihrer Zukunft haben.

Die Studienplätze sind ein großes Gesprächsthema in unserem Jahrgang. Es ist einfach schwer einzuschätzen, welche Folgen der Doppeljahrgang haben wird. Das führt zu einem hohen Leistungsdruck. Ich will zum Wintersemester anfangen, Zahnmedizin zu studieren. Ich gehöre jetzt zu den Älteren, da will ich lieber sofort anfangen.“

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