Zeitung Heute : Der Dresdner Kompromiss beendet den Ausstand der Journalisten

Ralf Hübner

Der Tarifkonflikt bei der "Sächsischen Zeitung" in Dresden ist beigelegt. In einer Urabstimmung am Montag votierten 95,6 Prozent der Mitglieder der IG Medien und 98,5 Prozent der DJV-Mitglieder für eine Vereinbarung mit der Geschäftsführung des Dresdner Druck- und Verlagshauses (DD+V). Peter Caspar Hamel, Pressesprecher von Gruner+Jahr (G+J), zu 60 Prozent Eigentümer von DD+V, spricht von einem Kompromiss, den sich beide Seiten "an die Brust heften können". Danach bleibt die Ausgliederung und Zusammenfassung von sechs Lokalredaktionen und Verlagsgeschäftsstellen zu drei eigenständigen regionalen Verlagsgesellschaften erhalten.

Vereinbart wurde eine Testlaufzeit bis zum 31. Dezember 2000, in der keine weitere Ausgliederungen vorgenommen werden. Für die betroffenen rund 60 Mitarbeiter bleibt der Haustarifvertrag der "Sächsischen Zeitung" generell gültig. Für neue hinzukommende Mitarbeiter in den Regionalverlagen gilt der Haustarifvertrag jedoch nicht.

Der stellvertretende Landesvorsitzende der IG Medien, Michael Kopp, bezeichnete die Regelung als einen Erfolg, wenn auch Zugeständnisse gemacht werden mussten. Von der Geschäftsführung wird darauf verwiesen, dass die drei Regionalverlage tariffrei seien und damit die Chance hätten, sich als eigenständige Unternehmen am Markt zu behaupten. Die Gewerkschaften halten sich allerdings die Möglichkeit offen, nach Ablauf der Testphase in den Regionalverlagen Tarifverträge auszuhandeln.

Der Betriebsrat der "Sächsischen Zeitung" bleibt zumindest für die Testphase auch für die Regionalverlage zuständig, sofern sich dort keine eigenen Betriebsräte konstituieren sollten. Der Anspruch des Betriebsrates, die Belegschaft der Regionalverlage auch künftig zu vertreten, bleibt strittig und soll durch ein Verfahren geklärt werden.

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