Zeitung Heute : Der Duft der Vögel

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Der Specht fliegt regelmäßig Ameisenhaufen an, um sich darin mit Ameisen und deren Verteidigungssekret einzuparfümieren. Das dabei gleich massenhaft freigesetzte Ameisensekret dient den Vögeln vermutlich als Schutz vor Federparasiten wie Läusen, Milben und Zecken.

Unlängst fanden Forscher heraus, dass Blaumeisen ein gut riechendes - und offenbar sauberes - Zuhause mögen. Die Vögel staffieren ihre Nester mit stark duftenden Pflanzen wie Lavendel und Minze aus. Die Pflanzen enthalten ätherische Öle, die vom Menschen auch für Putzmittel verwendet werden. Ob die ätherischen Öle der Kräuter allerdings tatsächlich die Blaumeisenbrut vor Läusen und Milben bewahren, gilt als umstritten.

Auch vom heimischen Star ist dieser seltsame Blumenschmuck als gesundheitsfördernder Nestbautrick bekannt. Die Staren-Männchen drappieren Kräuter und Blumen im künftigen Heim. Doch in ihren Brutstätten finden sich genauso viele Parasiten wie in schmucklosen, berichtet die Vogelforscherin Helga Gwinner von der Max-Planck-Forschungsstelle für Ornithologie in Andechs. Sie konnte aber nachweisen, dass der Staren-Nachwuchs aus dem Kräuternest ein stärkeres Immunsystem aufwies als jene Jungen, die in Nestern ohne pharmakologische Behandlung aufwuchsen.

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