Zeitung Heute : Der erste Mann geht

Der Tagesspiegel

„Seine Wandelhalle ist die ganze Hauptstadt“. Goldene Worte eines Vorstandsvorsitzenden über seinen Repräsentanten in Berlin. Präzises Tätigkeits-Profil eines Vertreters der geheimnisvollen Spezies der Lobbyisten. Verkü ndet von Joachim Milberg von BMW, nicht nur zur Erhellung des intrikaten Verhältnisses von Politik und Wirtschaft, sondern zum Lobe von Johannes Neukirchen. Zum Abschied von seinem ersten Mann in Berlin gab der oberste BMW-Manager den Blick ins Innenleben des Metiers frei, wenn es auf höchstem Niveau praktiziert wird: Neukirchen habe nicht nur in Ministerien, Parteien und Verbände hineingewirkt, sondern auch in das Unternehmen selbst. Das habe in einer Zeit, in der die politische Rolle der Unternehmen wachse, „viel von ihm gelernt“. Der Abend offenbarte auch, wo Neukirchen gelernt hat. BMW-Sprecher Richard Gaul entlockte Hanna-Renata Laurien und Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel, wie aus einem Altphilologen ein Politik-Berater wurde: Erst persönlicher Referent der damaligen Mainzer Bildungs-Staatssekretärin, dann Stütze der rheinland-pfälzischen Landesvertretung in Bonn, schließlich bekannt wie ein bunter Hund in allen Gassen der Politik. Das bestätigte glänzend die Zahl der Gäste: so dicht wie an diesem Abend in der Vertretung der BMW-Group stand man in Berlin selten. Rdh.

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