Zeitung Heute : Der erste Tag entscheidet

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Für viele kommt jede Hilfe zu spät: Ein Drittel der Betroffenen stirbt am Herzinfarkt, bevor sie ein Krankenhaus erreichen. Bei Frauen liegt der Anteil sogar etwas höher. Doch auch wer es bis zur Klinik schafft, ist noch nicht außer Gefahr: Am ersten Tag sterben weitere 20 Prozent der Patienten, auch darunter etwas mehr Frauen.

Die Frauen, die dann noch am Leben sind, müssen jedoch keine Benachteiligung fürchten: Alle therapeutischen Verfahren werden bei beiden Geschlechtern gleich häufig vorgenommen, wie eine Studie des GSFInstituts für Epidemiologie in Neuherberg zeigt Meist mit Erfolg: Nach dem entscheidenden ersten Tag überlebt die überwiegende Zahl der Frauen und Männer auch den nächsten Monat.

In den meisten Fällen wird das Blutgerinnsel zunächst mit einer Thrombolyse, das heißt mit Medikamenten, aufgelöst. Ist der Verschluss zu groß oder sind mehrere Herzkranzgefäße betroffen, ist jedoch ein Eingriff notwendig. Bei der so genannten Angioplastie wird ein mit einem Ballon versehener Katheter über die Leistenarterie zur verengten Gefäßstelle vorgeschoben. Dort wird der Ballon aufgeblasen, das Gefäß gedehnt und so der Blutfluss zum Herzmuskel wieder hergestellt. In manchen Fällen wird dann noch ein „Stent“ eingesetzt, ein Drahtgeflecht, welches das Gefäß dauerhaft offen hält. Diese Verfahren können schon bei der Angina, der Vorstufe des Herzinfarkts, angewendet werden.

Hilft das alles nichts, werden die verschlossenen Gefäße mittels einer Bypass-Operation mit einer aus dem Bein entnommenen Vene oder mit einer Brustarterie überbrückt. Außerdem werden die koronaren Herzerkrankungen mit Medikamenten behandelt, die das Blut verdünnen und den Blutdruck einstellen. Internationale Studien weisen darauf hin, dass es bei Frauen bei der Behandlung insgesamt zu etwas mehr Komplikationen, wie Blutungen oder Herzstillstand, kommt als bei Männern.

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