Zeitung Heute : Der Garten im Juni: gießen und genießen Jetzt ist alles perfekt –

fehlt nur noch die Sonne.

Simone Andrea Mayer[dpa]
Rosen sind nicht nur hübsch anzusehen, aus ihren (ungespritzten) Blüten kann man auch Limonade machen. Foto: dpa-tmn
Rosen sind nicht nur hübsch anzusehen, aus ihren (ungespritzten) Blüten kann man auch Limonade machen. Foto: dpa-tmnFoto: dpa-tmn

Kirschen und Erdbeeren sind reif. Die ersten Tomaten werden geerntet, und Salat vervielfacht seine Blattmasse in kürzester Zeit: Auch wenn das Wetter es noch nicht vermuten lässt – bald wird es Sommer. Hobbygärtner haben dann einiges zu tun. Doch vor allem sollten sie im Juni auch mal die Beine hochlegen und genießen. Denn jetzt ist der Garten perfekt, findet Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin-Dahlem. Der Wachstumsrückstand vieler Pflanzen durch den langen Winter ist überstanden und es blüht und grünt überall. „Genießen Sie in diesem Monat den Garten – und die Rosenblüte“ lautet daher der erste Ratschlag der Expertin.

Denn was eigentlich keiner lesen mag, tritt bald ein: In diesem Monat wird langsam wieder das Ende der Sonnenzeit eingeläutet – mit der Sommersonnenwende am 21. Juni. „Die Tage werden wieder kürzer“, sagt Van Groeningen. Damit ist auch der Vegetationshöhepunkt im Garten erreicht, viele Pflanzen überschreiten ihren Zenit. Außerdem haben Hobbygärtner im Juni folgende Aufgaben:

GIESSEN

Bald brennt die Sommersonne gnadenlos auf die Beete herunter. Dann brauchen Pflanzen Wasser. „Aber viele gießen falsch“, sagt Van Groeningen. „Ich gieße nur, wenn die Pflanzen etwas schlapp werden – und lieber einmal richtig alle paar Tage mit dem Sprenger statt jeden Tag ein bisschen.“ Neu Gepflanztes brauche allerdings häufiger Nachschub. Gegossen werde am Abend oder – wer ein Schneckenproblem hat – am frühen Morgen. Sonst verdunste das Wasser in der Sonne zu schnell.

RASEN SCHÜTZEN

Droht eine Hitzewelle, sollte der Hobbygärtner den Rasen mähen und den Schnitt liegen lassen. Dieser diene als Mulch, der Feuchtigkeit speichert und den Rasen an heißen Tagen schützt. „Ich stelle den Rasenmäher höher ein und verwende keinen Sammelkasten.“ Außerdem sollte jetzt der Langzeitdünger, der im Frühjahr schon einmal ausgestreut wurde, erneut gegeben werden.

LÜCKEN FÜLLEN

Im Beet sind die ersten Frühblüher am Ende. Die Lücken, die sie hinterlassen, füllen Einjährige oder nicht Winterharte wie die Dahlie. Schöne Blühpflanzen in verschiedenen Farben und Formen dienen auch als Schnittblumen für die Vase.

SCHNEIDEN

Zum Monatsende brauchen Stauden wie Katzenminze und Frauenmantel einen Rückschnitt. Dann treiben sie wieder frisch, und die Katzenminze schafft zwischen Ende Juli und Oktober eine zweite Blüte, erläutert Van Groeningen. Auch die Glyzinie brauche in diesem Monat einen Rückschnitt, sonst produziere sie nur lange Triebe. „Bis auf circa sechs Knospen zurückschneiden“, rät sie. Im nächsten Frühjahr müsse die kräftig wachsende Kletterstaude noch einmal bis auf zwei bis drei Augen gestutzt werden. Die folgende Frühjahrsblüte sei dann besser. Der Türkische Mohn sollte nach seiner Blüte vollständig abgeschnitten werden.

FORMEN

Mehrjährige Küchenkräuter wie der Thymian brauchen nach der Blüte einen Formschnitt. „Geben Sie ihnen wieder eine Frisur“, sagt Van Groeningen.

ERNTE

Im Gemüsebeet ist die Ernte in vollem Gang. Rhabarber darf aber nur noch bis zum 24. Juni geschnitten werden. Danach haben die Stangen zu viel Oxalsäure, die in großen Mengen gesundheitsschädlich ist. Die Pflanze braucht anschließend Ruhe.

TEILEN

Die Schwertlilie muss nach ihrer Blüte geteilt werden, wenn sie beginnt „rückwärts zu wachsen“, beschreibt die Gartendozentin und meint damit, dass die Staude weniger gut gedeihe und blühe als in den Vorjahren. Aufpassen müssten Hobbygärtner, dass sie den Ballen nur knapp unter die Erdoberfläche setzen.Simone Andrea Mayer, dpa

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