Zeitung Heute : Der Goldgräber

"Das Jahr-2000-Problem sehen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge", sagt Sven Busch, Leiter für Software-Lösungen in der Stahlindustrie beim Berliner Softwarehaus PSI AG."Einerseits bedeutet der Fehler für uns Aufträge, und wir können alte Kunden reaktivieren.Andererseits stellen die Firmen ihre normalen EDV-Investitionen zurück, weil sie ihre Kapazitäten für den Jahr-2000-Fehler brauchen".Busch rechnet mit einem Auftragsboom erst nach der Jahrtausendwende, "dann haben die Firmen im EDV-Bereich Nachholbedarf".

In Sachen "Millenium bug" bietet PSI nicht nur den Käufern der eigenen Produkte, sondern auch Nutzern fremder EDV-Technik einen Analyse- und Umstell-Service an."Manchmal kostet die Umstellung nur ein paar tausend Mark, das kann aber bis in die Hunderttausende gehen", sagt Busch.Er schätzt, daß PSI in diesem Jahr zehn bis 15 Prozent seines Umsatzes im Zusammenhang mit dem "Millenium bug" machen wird.Gemessen am 98er Umsatz des Mutterkonzerns wären dies bis zu 19 Mio.Mark.

Busch: "Ein großer Teil der Arbeit nehmen dabei die Identifizierung der Komponenten und die Informationsbeschaffung bei den Lieferanten ein.Oft ist auch ein Tausch der Geräte nötig, wenn die Programme fest in die Hardware integriert worden sind." Der kritischste Teil bei der Umstellung einer EDV-Anlage auf das vierstellige Datumsformat ist der Test, ob alles funktioniert."In einem Unternehmen der Metallbranche gab es bei dem Test riesige Probleme, die Folgen des Versuchs wieder zu beseitigen." Trotz der voll entbrannten Diskussion um den 2000-Fehler gehen einige Firmen das Problem spät an.Busch ist erst vor wenigen Tagen von einem Unternehmen beauftragt worden, deren EDV auf den Fehler hin zu überprüfen."Und das wird sicher nicht das letzte gewesen sein."

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