Zeitung Heute : Der große Wechsel fällt klein aus

Gravierende Änderungen im Fahrplan gibt es erst nach der Eröffnung des Nord-Süd-Tunnels 2006

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Der große Fahrplanwechsel der Bahn ist in diesem Jahr der kleine. Während normalerweise europaweit im Dezember die Pläne im großen Stil geändert werden, beschränkt sich die Bahn dieses Mal auf wenige Anpassungen. Der große Wechsel folgt erst am 28. Mai 2006, wenn in Berlin die Nord-Süd-Verbindung mit den neuen Bahnhöfen Südkreuz, Potsdamer Platz und Hauptbahnhof sowie dem umgebauten Nordkreuz (Gesundbrunnen) in Betrieb geht.

Dann kommt nach dem Willen der Bahn auch das Ende für den Fernverkehr im Bahnhof Zoo. Für ihn ist der Dezember-Wechsel der letzte. Von Mai 2006 an halten die Fernzüge der Bahn AG, abgesehen von einigen wenigen Nachtzügen, auf der Stadtbahn nur noch im neuen Hauptbahnhof und im Ostbahnhof sowie in Spandau.

Damit wird der Bahnhof Zoo 122 Jahre nach seiner Eröffnung als Fernbahnstation vom Fernverkehr abgekoppelt. Im neuen Fahrplan, der bis Ende Mai 2006 gilt, ist er noch die wichtigste Station im Berliner Fernbahn-System.

Im Fernverkehr gibt es jetzt nur wenig Neues. Wegen der hohen Nachfrage erweitert die Bahn auf allen ICE-Linien von und nach Berlin zwischen Freitagnachmittag und Montag früh ihr Zug- oder Platzangebot. 18 Minuten eher als bisher erreichen die Züge nach Posen und Warschau ihr Ziel.

Eine neue Direktverbindung gibt es nach Hof. Der private Vogtland-Express fährt bisher einmal am Tag von Lichtenberg nach Plauen; nun wird die Verbindung bis Hof verlängert. Im nächsten Mai will die Vogtlandbahn dann statt nach Lichtenberg zum Bahnhof Zoo fahren, so dass dort noch etwas vom Fernverkehr bleibt.

Auch die private Connex-Gruppe bietet eine „Fern“-Fahrt an – von Berlin in den Harz. Der Zug fährt vom 17. Dezember an sonnabends und sonntags mit Abfahrten am Morgen in Ostbahnhof, Zoo und Wannsee nach Wernigerode und Vienenburg sowie nach Quedlinburg und Thale. Am späten Nachmittag geht es dann zurück. Der Harz-Berlin-Express ersetzt den bisherigen Ausflugszug der Bahn. Im Connex-Zug gilt allerdings nicht das Schöne-Wochenend-Ticket der Bahn. Auch andere Fahrscheine der Bahn werden nicht anerkannt.

Im Regionalverkehr gibt es alle zwei Stunden eine umsteigefreie Verbindung von Berlin nach Schwedt. Kürzere Fahrzeiten sind nach Abschluss von Bauarbeiten zwischen Löwenberg und Templin auf der RB 12 vorgesehen.

Streichungen im Zugangebot gibt es beim Regionalexpress nach Eisenhüttenstadt, wohin der RE 1 am Wochenende nur noch alle zwei Stunden statt wie bisher stündlich fährt. Entfallen werden am Wochenende auch die Züge der RB 20 zwischen Hennigsdorf und Oranienburg.

Änderungen gibt es zudem bei der Heidekrautbahn. Hier übernimmt das Connex-Unternehmen Niederbarnimer Eisenbahn nach einer Ausschreibung den Betrieb von der Bahn AG. Dadurch gibt es zwischen Berlin-Karow und Groß Schönebeck/Wensickendorf neue Fahrzeuge und neue Fahrzeiten.

Auf der Linie RB 33 fahren die Züge nur zwischen Wannsee und Beelitz Stadt. Für die Weiterfahrt nach Jüterbog müssen Fahrgäste in Busse umsteigen, weil die Gleise saniert werden.

Im Berliner Nahverkehr hat sich bei der BVG und der S-Bahn nur wenig geändert. Aufatmen können S-Bahn-Kunden, weil zwischen Zoo und Westkreuz die Züge nach Abschluss der Bauarbeiten wieder ohne Einschränkungen fahren. Damit kann es auch bei Veranstaltungen wieder zusätzliche Fahrten zum Olympiastadion geben.

Und am 23. Dezember sollen auch wieder alle Züge im Anhalter Bahnhof halten. Für die Renovierung der Station nach dem Brand in einem Zug benötigte die Bahn „nur“ fast eineinhalb Jahre.

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