Zeitung Heute : Der Herr über die Uni-Bytes Odej Kao baut

den IT-Bereich um

Christian Hohlfeld

Die TU Berlin verbindet die Leitung ihres Rechenzentrums künftig mit einer Professur in der Informatik. Dadurch will sie auch in der eigenen Infrastruktur hervorragende Voraussetzungen für Lehre und Forschung schaffen. Im September hat Odej Kao, Experte für komplexe IT-Netze, die neue Doppelfunktion übernommen. Der 35-Jährige soll das geplante Servicezentrum zur Informationsverarbeitung (IVZ) aufbauen.

Erfahrung hat der gebürtige Mazedonier bereits an der Universität Paderborn gesammelt, wo er sich neben einer Professur um ein Rechenzentrum für Parallelcomputer kümmerte. Er weiß: „Einerseits wird durch die Kopplung der beiden Funktionen die Entwicklung und Einführung neuer IT-Dienste verkürzt.“ „Andererseits orientiert sich die Forschung noch stärker an der Praxis."

Seine Forschungen sollen dazu beitragen, komplexe IT-Systeme zuverlässig arbeiten zu lassen. Nur wenn viele Systemkomponenten problemlos zusammenwirken, steht dem Nutzer ein bestimmter Dienst tatsächlich zur Verfügung. Bei E-Mails etwa muss die Autorisierung des Verfassers klappen. Dazu muss sich der Server permanent mit anderen Servern austauschen und abstimmen.

Ein Schwerpunkt seiner Forschung ist das Grid Computing. Hier geht es darum, über ein Netzwerk die Rechenleistung vieler Computer zu nutzen, um komplexe Probleme in koordinierten Berechnungen zu lösen.

Kao zählt die TU Berlin zu den Top-Adressen der deutschen Informatik. Er will der Hochschule helfen, ihre Kommunikationssysteme zu einer auf Studenten und Forscher orientierten Dienstleistungsstruktur umzubauen. Das umfasst nicht nur die elektronische Kommunikation oder die sichere und zuverlässige Speicherung von Daten. Künftig wird es auch eine Hotline geben, an die sich die TU-Mitglieder bei Problemen wenden können. Weitere Anregungen erhofft er sich auch von den Studenten. „Oftmals beruhen neue Informationsdienste und Angebote im Datenverkehr auf ihren Ideen“, meint er.

Und er freut sich auf Berlin, eine große Herausforderung, wie er zugibt. Er verrät: „Ich weiß noch nicht, ob ich ein Großstadtmensch bin.“ Dabei war Odej Kao schon als Kind in Berlin, als seine Eltern vor dreißig Jahren an die Spree zogen. Doch kurz danach ging es wieder zurück in die mazedonische Heimat. Erst zum Studium kehrte er nach Deutschland zurück, an die TU in Clausthal-Zellerfeld. „Nun hat sich der Kreis geschlossen, das war seinerzeit nicht abzusehen“, sagt er schmunzelnd.

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