Zeitung Heute : Der letzte Freund

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Alten Menschen tut ein Haustier besonders gut. Zu diesem Ergebnis kommt Professor Reinhold Bergler vom Psychologischen Institut der Universität Bonn, der mehrere Einzelstudien verglichen hat. Danach könnten Haustiere altersbedingten Depressionen wirksam vorbeugen. Alten Menschen fehlten oft menschliche Bezugspersonen, ein Tier könne diesen Verlust zumindest teilweise ausgleichen.

Besonders wichtig sei für die Senioren, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen und somit das Gefühl zu haben, gebraucht zu werden. Darüber hinaus sorgt ein Haustier für Gesprächsstoff mit anderen Menschen und verstärkt soziale Kontakte.

Neben den psychischen Effekten hätten gerade Hunde auch eine sehr positive Nebenwirkung auf das leibliche Wohlbefinden ihrer alternden Halter: Die erforderliche Bewegung an der frischen Luft stärkt das HerzKreislauf-System und sorgt für eine bessere Hirndurchblutung, wie Forscher nachweisen konnten.

Auch in Alten- und Pflegeheimen geben Haustiere dem Leben der Bewohner Struktur und Sinn. Während in den USA und Großbritannien Tiere in den meisten Altenheimen eine Selbstverständlichkeit sind, erlaubten viele deutsche Heime allerdings allenfalls einen Wellensittich oder ein Aquarium. In der letzten Zeit verabschiedeten sich jedoch immer mehr Altenheime von ihrem Tierverbot. Bevor ein Haustier ins Altersheim einzieht, sollte jedoch unbedingt geklärt werden, ob das Tier dort artgerecht untergebracht werden kann.

PSYCHOLOGIE

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