Zeitung Heute : "Der Marathon-Reiseführer": Wer in aller Welt Marathon laufen will, sollte vorher lesen

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Profis brauchen ihn nicht, eingefleischte Marathonis werden ihn zumindest kennen, Hobby-Läufer mit Ambitionen und Reiselust sollten ihn sich anschaffen, den Marathon-Reiseführer. Die amerikanische Originalausgabe trägt den etwas großspurigen Titel "The Ultimate Guide to International Marathons", na gut. Die jetzt erschienene deutsche Ausgabe titelt nicht ganz so ultimativ mit "Der Marathon-Reiseführer".

Was es nicht alles zu beachten gibt, bevor man sich auf die Reise zu den 42,195 Kilometern macht. Berlin zählt ja noch zu den "leichteren" Strecken, mit einem Profil, das allenfalls leichte Steigungen aufweist. Ganz anders dagegen Pikes Peak in Colorado, wo eine Strecke auf die Läufer wartet, die den Rocky Mountains mehr als angemessen ist. Die "ultimative Herausforderung Amerikas" führt die Ausdauernden von Manitou Springs über 22 Kilometer hinauf zum 4301 Meter hohen Pikes Peak, wo sich die Läufer kaum über die atemberaubende Aussicht als vielmehr darüber freuen werden, dass es wieder bergab geht. Lauf-Novizen können sich übrigens die Reise sparen, sie erhalten dort aus gutem Grund keine Starterlaubnis. Noch ein Grad härter sollen nur der Mount Fuji Kletterlauf und der Mount Everest Challenge sein.

Die amerikanischen Autoren Dennis Craythorn und Rich Hanna, beides ausgewiesene Marathonis, haben sich viel Mühe gegeben, den Ratgeber auch tatsächlich als solchen gebrauchstüchtig zu gestalten. Der Interessierte erfährt alle wichtigen Termine, kann sich anhand des Streckenprofils ein Bild von der Route und den zu erwartenden Qualen machen, erfährt, ob er mit Zuschauerunterstützung rechnen darf oder wo er sein müdes Haupt betten kann, wenn die Pflicht absolviert ist. Auch die Höhe der Startgelder wird angegeben und ob eventuell Sach- oder Geldpreise winken.

Verdient gemacht haben sich allerdings auch die Herausgeber der deutschen Ausgabe. Jörg Bunert, mit einer Marathon-Bestzeit von zwei Stunden 25 Minuten und Verleger Wilfried Stascheit (vier Stunden plus) liefern nicht nur eine Übersetzung des amerikanischen Originals ab, sondern versorgen den Leser mit aktualisierten Daten und vielen Details, die auch die touristischen Aspekte einer Marathonreise berücksichtigen.

Übrigens, zum schönsten oder, vielleicht besser, lohnendsten Marathonziel wird New York City gekürt, vor London und Berlin. Die letzten Plätze der Top-100 belegen Panama, die Olympiastadt von 2004, Athen, und Bukarest.

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