Zeitung Heute : Der Moment ist Geschichte

Fotos und Karikaturen halten Stimmungen für immer fest

Gerd Appenzeller

Die fünf Fotos und die drei Karikaturen auf dieser Seite sind die besten Presseveröffentlichungen in Bild und politischer Zeichnung aus dem Jahr 2007. Davon war zumindest die Jury überzeugt, die im Dezember ihre Auswahl aus mehr als 1300 eingereichten Arbeiten treffen musste. „Rückblende“ heißt der renommierte Wettbewerb, den die Landesvertretung Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr zum 24. Mal veranstaltete, seit vielen Jahren zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, der den Karikaturenpreis ausrichtet. 183 Fotografen und Karikaturisten hatten sich beteiligt.

Neben den Erstprämiierten Einsendungen wird eine größere Auswahl wieder, wie in den Vorjahren, auf eine Ausstellungsreise nach Brüssel und in mehrere Städte der Bundesrepublik geschickt. Bonn, Hamburg, Leipzig, Trier und Mainz sind dabei. Alle Teilnehmerbeiträge werden außerdem in einer Bilddatenbank im Internet präsentiert, unter www.rueckblende.rlp.de.

Durch Pressefotos und Karikaturen werden Momente zu Geschichte. Sie dokumentieren tagespolitischen Streit genauso wie tragische Entwicklungen, halten Selbstgefälligkeiten mit der gleichen Unbestechlichkeit fest wie ironische Brechungen. Manchmal spitzen sie zu, ein anderes Mal stimmen sie nachdenklich. Und gelegentlich muss man einfach über eine besonders gelungene Darstellung lachen.

Wenn sie besonders charakteristisch sind, haben Pressefotos das Zeug, sich in unserem Unterbewusstsein fest zu verankern und Teil jener Erinnerungen zu werden, die sich bei passenden Gelegenheiten wieder in den Vordergrund schieben. Fabian Bimmers Foto von den Polizisten und den neben oder hinter ihnen stehenden, als Clowns verkleideten, Demonstranten am Rande des Gipfels von Heiligendamm ist so ein Motiv – oder Klaus Stuttmanns Karikatur von Wolfgang Schäuble in der Rolle Ulrich Mühes im „Leben der Anderen“.

In Berlin werden die besten Bilder und Karikaturen in der Vertretung des Bundeslandes Rheinland-Pfalz, In den Ministergärten, gezeigt. Die Ausstellung dauert vom 25. Januar bis zum 2. März. Gerd Appenzeller

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