Zeitung Heute : Der neue Varta: Kulinarisch nur bedingt brauchbar

Er erscheint alljährlich als erster Hotel- und Restaurantführer schon im September neu, und er gilt als zuverlässig. Dennoch hat sich der Varta-Führer in den letzten Jahren durch ständige Änderungen am Bewertungssystem schon fast unter die Wahrnehmungsschwelle verabschiedet, was die kulinarische Seite angeht. Letzter Stand: Es gibt den „Varta-Tipp“ mit und ohne Stern, dazu ein bis fünf Diamanten, die in erster Linie die Ausstattung des Restaurants betreffen, aber irgendwie auch die Küche bewerten – das ist nahezu unverständlich. Hinzu kommt, dass diese Tipps den Erkenntnissen der Konkurrenz von Michelin und Gault-Millau oft ein Jahr nachhinken, und der frühe Erscheinungstermin liegt wohl auch nicht gerade günstig.

So kommt es, dass der frische „Tipp“ fürs „17fuffzig" in der „Bleiche“ in Burg/Spreewald Jahre zu spät kommt; die gleiche‚ neu vergebene Auszeichnung für „Jägers Tafelfreuden“ in Wieck/Darß ist sogar schon überholt, weil Kurt Jäger dort nicht mehr aktiv kocht und das Küchenkonzept verändert hat. In Berlin ist neben den üblichen Verdächtigen das „Rutz" neu in der Liste, auch das ist eine längst überfällige Entscheidung. Von „Ma“, „Uma“ und „Gabriele“ erfährt der Leser dagegen überhaupt nichts.

Es bleibt also dabei, dass der Varta ein zuverlässiger Hotelführer und eine gute Datensammlung ist. Wer sich mehr für Küche interessiert, der kann in Ruhe bis Ende November abwarten, denn dann gibt es die neuen Ausgaben der besser informierten Konkurrenz.bm

Der Varta-Führer 2009, 29,95 Euro im Buchhandel

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