Zeitung Heute : Der neueste Pentium-III-Chip läuft mit 733 Megahertz - Zwischenspeicher zusätzlich verbessert

Peter Zschunke

Im Rennen um den schnellsten Prozessor musste Intel dem Konkurrenten AMD zwei Monate lang den Vortritt lassen. Jetzt hat sich der Marktführer zurückgemeldet und den demnächst in Dresden gebauten Athlon mit seiner Taktrate von 650 Megahertz überrundet: Der schnellste Pentium-III schafft 733 Megahertz und beschleunigt den Datenzugriff zusätzlich mit Hilfe einer völlig neuen Zwischenspeichertechnik.

"Ursprünglich hatten wir eine niedrigere Taktrate von 667 Megahertz geplant", erklärte Intel-Technikmanager Hans-Jürgen Werner. "Nach ersten Testläufen war aber die Qualität so gut, dass wir auf 733 Megahertz gehen konnten." Möglich wurde dies durch eine weitere Verdichtung der Leiterbahnenstrukturen auf dem Silizium-Chip: Im September 1997 ging Intel von der 0,35-Mikron-Technik auf 0,25 Mikron (Millionstel Meter). Jetzt liegen die Abermillionen von Transistoren so dicht beieinander, dass der Abstand an einigen Stellen sogar nur noch 0,13 Mikron beträgt. "Wir haben die Transistoren so eng zusammengestellt, dass die Informationen noch schneller bearbeitet werden können", erklärt Werner.

In 12 bis 18 Monaten soll dann erstmals die Gigahertz-Schwelle genommen werden - dies bedeutet eine Milliarde Operationen oder Maschinenzyklen pro Sekunde. Ob das dann noch mit dem Pentium-III oder einem anderen Chip-Design verwirklicht wird, steht noch nicht fest.

Mehr Tempo soll der neue Pentium-III jetzt außerdem dadurch bekommen, dass der bisher getrennt vom Prozessor installierte Zwischenspeicher für den schnellen Datenzugriff - der so genannte Second-Level-Cache - auf das Siliziumplättchen drauf gepackt wird. "Dadurch ist die Anbindung an den Prozessorkern sehr viel dichter", sagt der Intel-Manager. Zudem ist der Zugriff auf diesen Daten-Parkplatz jetzt nicht mehr nur auf zwei, sondern auf acht verschiedenen Wegen möglich. Zwar wurde auch das Fassungsvermögen des Caches von bisher 512 auf 256 KB halbiert. Aber aufgrund der höheren Effizienz sei der Zwischenspeicher "jetzt zwei Megabyte wert", erläutert Werner und fügt hinzu: "Wenn wir es nicht schaffen, mehr Leistung spürbar auf den Bildschirm zu bringen, ist das für den Anwender wenig hilfreich." Insgesamt ergebe sich durch die neue Cache-Technik eine Leistungssteigerung von 25 Prozent.

Mit Blick auf die begrenzten Produktionskapazitäten von AMD erklärt Intel, dass die neuen 0,18-Mikron-Chips derzeit bereits in drei Fabriken hergestellt werden. Ab Frühjahr 2000 soll der neue Prozessor dann sogar in fünf Fertigungsstätten produziert werden.

Sieben Monate nach der Einführung des Pentium-III werden nun auch die ersten dieser Prozessoren für das Notebook angeboten. Vom bisher auf maximal 400 Megahertz getakteten mobilen Pentium-II bis zum neuen Pentium-III mit 500 MHz ergebe sich eine fast verdoppelte Geschwindigkeit, verspricht der Intel-Manager. Für die besonders schlanken Sub-Notebooks wird ein Pentium-III/400 angeboten. Trotz des schnelleren Datendurchsatzes kommt es zu keinen negativen Auswirkungen hinsichtlich Wärmeabgabe oder Batterielebensdauer der tragbaren Rechenknechte.

Nach ersten entsprechenden Ankündigungen von PC-Herstellern wie Dell oder Siemens-Fujitsu rechnet Intel damit, dass die neuen Prozessoren zügig vom Markt angenommen werden. "Die Leute bewegen sich sehr schnell auf den neuen Pentium-III zu", sagt Werner. Dafür sorgt auch die Preisgestaltung, die den neuen Pentium-III/600 um zehn Dollar günstiger anbietet als den entsprechenden Prozessor der 0,25 Mikron-Technik. Das schnellste Pferd im Stall, der Pentium-III/733, kostet im Großhandel 776 Dollar (1420 Mark) und bleibt damit unter dem Einführungspreis des Athlon von AMD. Der Wettlauf in der Entwicklung der schnellsten Prozessoren nutzt auch dem Verbraucher: Der Großhandelspreis für den Prozessor am unteren Ende des Intel-Angebots, der Pentium-III mit 450 Megahertz, wurde jetzt um sechs Prozent auf 173 Dollar (316 Mark) gesenkt.

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