Zeitung Heute : „Der Nutzer ist identifizierbar“ Warum googeln auch gefährlich sein kann

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Daniel Brandt, 56, ist Gründer und Vorsitzender der Googlekritischen US–Website „Google-Watch.org“. Dort erklärt er, weshalb man „Google“ vielleicht nicht ganz so oft benutzen sollte.

Google ist die beste Suchmaschine im Internet – oder?

Das stimmt nicht. Yahoo ist auf einer Höhe mit Google. Und Microsoft plant auch etwas Größeres, eine personalisierte Suche.

Sie behaupten, dass die Suchmaschine Google Daten ihrer Nutzer sammelt. Was weiß Google denn alles?

Immer, wenn man etwas mit Google sucht, speichert die Suchmaschine das ab. Google weiß, dass nach bestimmten Begriffen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Datum gesucht wurde, und Google weiß auch, wo ungefähr der Computer steht, von dem aus diese Anfrage gestartet wurde. Und wenn man sich mit seiner E-Mail-Adresse für den „News Alert“, einen Schnell-Nachrichten-Service, registriert hat, kann Google die Suchanfragen dieser E-Mail-Adresse zuordnen. Das macht den Nutzer persönlich identifizierbar.

Weshalb macht Google das?

Es gibt nichts, was mehr über die Geistesverfassung einer Person aussagt als die Begriffe, die in eine Suchmaschine eingegeben werden. Daher sind Regierungen daran interessiert, diese Daten zu beobachten. Deshalb zahlen auch Werbetreibende immer mehr dafür. Diese Daten sind von hohem wirtschaftlichen Nutzen.

Welche Suchmaschinen benutzen Sie denn persönlich?

Man sollte sich nie auf eine einzige Suchmaschine verlassen. Beispielsweise unterscheiden sich die ersten 100 Ergebnisse von Yahoo und Google durchschnittlich etwa um 80 Prozent. Wie kann jemand ernstlich behaupten, dass er alles mit Google finden kann, wenn er nicht mehrere Suchmaschinen benutzt?

Fragen: Till Frommann. Normalerweise zeigen wir den Interviewpartner im Bild, aber Daniel Brandt wollte nicht fotografiert werden – aus „Angst“, sagt er. Vor wem?

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