Zeitung Heute : Der Pariser März

In Frankreich wird seit Wochen gegen ein Gesetz demonstriert, es gibt Krawall und Gewalt. Manche sagen: Es ist fast wie ’68. Manche

Harald Martenstein[Paris]

In ganz Paris fahren ununterbrochen Polizeiautos herum. Das ist das Erste, was einem auffällt. In der Zeitung steht, dass die Schauspielerin Sharon Stone sich mit der Protestbewegung solidarisiert hat. Sharon Stone macht in Paris Werbung für den zweiten Teil von „Basic Instinct“. Außerdem steht da, versteckt zwischen all den Demonstrationsberichten, eine kleine Notiz über den Seelenzustand des Landes. Fast zehn Prozent der Franzosen waren in den letzten zwölf Monaten wegen Depressionen in Behandlung oder glauben, dass sie es nötig hätten. Bei den Älteren ist die Zahl niedriger. Bei den Jüngeren dafür höher.

Zehn Prozent Depressive. Bei den Jüngeren mehr. Was für ein Land.

Das Gesetz heißt CPE, „Contrat premier embauche“, auf Deutsch: erster Arbeitsvertrag. Franzosen lieben Abkürzungen. Das Gesetz sieht vor, dass junge Leute, bis zum 26. Geburtstag, innerhalb der ersten zwei Jahre ohne Begründung, mit einer winzigen Entschädigung und nahezu fristlos entlassen werden können.

Gegen das Gesetz wird in Frankreich seit Wochen demonstriert und gestreikt, Krawalle, Gewalt, manche meinen: Es ist fast wie im Mai 1968. Ein Jugendaufstand gegen die Globalisierung. Die Gegner des Gesetzes sagen, dass man mit einem CPE-Vertrag garantiert keine Kinder auf die Welt setzt, keine Wohnung und keinen Kredit bekommt, man kann wegen Homosexualität entlassen werden oder weil man Gewerkschaftsmitglied ist. Außerdem diskriminiert es die Jugend. Die Befürworter sagen, dass die Jugendarbeitslosigkeit sinken wird. Es ist in Frankreich bisher kompliziert gewesen, jemanden zu entlassen, die Sache endete fast immer vor dem Arbeitsgericht. Trotzdem ist die Arbeitslosigkeit hoch, 23 Prozent der Leute unter 26. Die Unternehmer stellen niemanden ein, aus Angst, den oder die Falsche anschließend nicht wieder loszuwerden. So sagen sie jedenfalls.

Dominique de Villepin, der langhaarige Premierminister, der gerne Gedichte schreibt und gerne der Nachfolger von Präsident Chirac werden würde, hat das CPE-Gesetz spät nachts, fast ohne Debatte und mit einem Verfahrenstrick durch das Parlament gejagt, und er hat vorher nicht, wie üblich, mit den Gewerkschaften wenigstens geredet. Nur 76 von 577 Abgeordneten waren bei der Verabschiedung von CPE anwesend. Villepin wollte zeigen, dass er trotz seiner sensiblen Gedichte ein harter Hund sein kann, genau wie sein politischer Rivale, Innenminister Sarkozy. Die Benutzung der Brechstange aber war ganz bestimmt ein Fehler. Die Gewerkschaften müssen jetzt kämpfen bis zum Letzten. Es ist eine Frage der Ehre. Die Gewerkschaften müssen durchhalten, um zu beweisen, dass mit ihnen immer noch zu rechnen ist. Villepin muss ebenfalls durchhalten, sonst kann er die Präsidentschaft vergessen.

Eine Sache sollte man wissen: In Deutschland soll sehr bald ein ähnliches Gesetz in Kraft treten, so steht es im Koalitionsvertrag zwischen den Unionsparteien und der SPD. Das deutsche Gesetz wird allerdings für alle Beschäftigten gelten, nicht bloß für die Jungen. In England gibt es das schon länger.

Die Sorbonne ist von einem stählernen Gitter umgeben, im Hof stehen Wasserwerfer, die Rohre sind schussbereit. Zu Beginn der Unruhen war die berühmteste und älteste Universität des Landes kurz besetzt, zum ersten Mal seit 1968. Die Studenten, einige aus den besten Familien des Landes, tranken Champagner und spielten Klavier. Das hat sich der Staat nicht lange bieten lassen. Räumung. Fast jeden Tag gibt es seitdem vor der Sorbonne Demonstrationen. Drinnen in der Uni die Polizei mit ihren Wasserwerfern, draußen die Studenten, die alten Linken, hin und wieder junge Rechtsradikale mit auftätowierten Runen, auch ein paar Betrunkene. Und die Casseurs.

Casseur heißt: Kaputtmacher. Die Casseurs kommen aus der Vorstadt, sie sind 13 oder auch 25 Jahre alt, arbeitslos, ohne Schulabschluss, viele sind dunkelhäutig. Die Casseurs bildeten den harten Kern des Jugendaufstandes in den Vorstädten, im vergangenen November, sie sind der Beweis für das Scheitern der französischen Integrationspolitik. Auch an diesem Tag sind sie da. Sie tragen schwarze Kapuzen, weite Hosen, sie haben den wiegenden Ghettogang, den sie aus amerikanischen Filmen gelernt haben, sie tragen teure Turnschuhe, dafür reicht es immer. Unter den Jacken verstecken sie Baseballschläger oder Hämmer. Sobald die Gelegenheit günstig ist, schlagen sie an den geparkten Autos die Spiegel ab, zertrümmern die Scheiben, werfen das Auto um, zünden es an. Die Casseurs möchten Spaß haben. Sie sind nicht allzu viele, ein paar Hundert, aber sie bestimmen die Bilder der Demonstrationen. Ein brennendes Auto ist eben ein gutes Bild. Anzeichen für einen politischen Zusammenschluss zwischen den Casseurs und den Studenten, die fast alle aus Bürgerfamilien kommen, hat noch niemand entdeckt. Die Casseurs interessieren sich nicht für Politik.

Der Soziologe Erwan Lecoeur schreibt, dass die Casseurs keine Feinde des Systems sind, nein, sie spielen genau nach den Regeln, auch wenn es zunächst nicht so aussieht. Wenn sie ein Auto anzünden, tun sie nur das, was die Medien von ihnen erwarten, das, was sie tun müssen, um ins Fernsehen zu kommen. Sie wollen einfach etwas erleben, sie wollen einfach mal ins Fernsehen.

Erziehungssystem und Wirtschaftssystem passen nicht mehr zusammen. Diese These stammt von Francois Dubet, einem anderen Soziologen. 70 Prozent eines Jahrgangs machen das Abitur, vielen von ihnen hat das Leben hinterher nur Arbeitslosigkeit, endlose Praktika oder einen Job im Supermarkt anzubieten, genau wie den Schulabbrechern aus der Vorstadt. Welchen Sinn hat also das Abitur? In Umfragen erklären 80 Prozent aller Franzosen: Früher war es besser als heute, in Zukunft aber kommt es noch schlimmer. Dabei leben auch die Franzosen heute viel länger, die Frauen haben mehr Rechte, niemand hungert und so weiter.

Die Gruppe der Casseurs läuft den Boulevard St. Michel entlang. Sobald Polizei sich nähert, zerstreuen sie sich. Es wirkt wie hundertmal trainiert. Man sollte sie nicht ansprechen. Die Casseurs haben an einem einzigen Tag, und von einer einzigen Zeitung, dem „Parisien“, fünf Journalisten geschlagen und mehr oder weniger schwer verletzt. Sie liefern nur Bilder. Worte interessieren sie nicht.

Die Universität Nanterre liegt draußen am Stadtrand, Hochhäuser, eine hässliche Gegend. Nanterre war immer die linke Hochburg Nummer eins. Natürlich wird dort gestreikt, fast alle Unis streiken. Aber was heißt schon Streik? Olivier Audeoud, der Uni-Präsident, hat die Hochschule offiziell geschlossen, nur ein paar Hörsäle offen gelassen, „um den Fortgang der Debatte zu ermöglichen“. Sanktionen gegen Streikende sind nicht vorgesehen. Der Präsident sympathisiert mit den Protesten, wie fast alle Professoren. Heute ist „Aktionstag“. In den beiden geöffneten Sälen halten eine Professorin und ein dicker Professor in weinrotem Pulli lange Vorträge über die Geschichte der sozialen Kämpfe, vielleicht 30 Studenten hören schweigend zu, nebenbei lesen sie die Gratiszeitungen aus der U-Bahn oder lösen Kreuzworträtsel. Manchmal laufen Filme. Eine stark bekiffte, magere Frau um die 50 schreit vor dem Hörsaal ein bisschen herum: „Einer von uns liegt im Koma, und ihr Scheißer guckt Filme!“ Zu den Streik-Vollversammlungen kommen so um die 200 Studenten. Eingeschrieben sind in Nanterre 33 000. Das ist der Streik. Man bleibt einfach zu Hause.

Der Mann, der im Koma liegt, heißt Cyril Ferez, ein 39-jähriger Angestellter der staatlichen Telefongesellschaft. Auf Fotos sieht man Ferez, wie er vor einer Reihe von Polizisten steht und ihnen den Stinkefinger zeigt. Da haben sie ihn verprügelt. Er war stark betrunken, über zwei Promille. Cyril Ferez ist für die Bewegung kein optimales Symbol. Andere Fotos zeigen einen knieenden Pressefotografen, der sich den halb bewusstlosen, liegenden Ferez mit einer Hand zurechtdreht. Mit der anderen Hand schießt er sein Foto.

Neben den Vorstädten der Einwanderer gibt es auch die gute Banlieue, dort, wo die Häuschen der Mittelschicht stehen. In Le Vesinet, schon außerhalb von Paris, besucht Dominique gerade ihre Eltern. Sie ist Ende 30, zwei Kinder, Promotion. Arbeit: Übersetzungen, Filmproduktionen, Verschiedenes halt, aber immer nur mit Zeitverträgen. Zuletzt waren es zwei Monate, nach einer Pause dann wieder acht. „Nach dem Examen kommen ein paar Jahre Praktika, danach kommen die befristeten Verträge. Das ist das Übliche, genau wie in Deutschland. Ich verstehe nicht, was durch das neue Gesetz schlechter werden soll, ein Vertrag über zwei Jahre, das klingt für mich gut, ich kenne sowieso fast niemanden mehr mit einem unbefristeten Job. Außer den Beamten natürlich.“

Ihr Vater sagt: „Frankreich ist versteinert. Die Politiker kommen alle aus den gleichen Eliteschulen. Die Jobs werden vom Papa vererbt. Ein Feudalsystem. Beziehungen sind wichtiger als Leistung. In Deutschland habt ihr es besser. Merkel macht es besser.“ Das steht so ähnlich auch in fast allen Zeitungen. Deutschland hat bessere Zahlen! Weniger Arbeitslose! Mehr Dynamik, mehr Reform! Es sind halt immer die anderen Länder, die es richtig machen.

Am Bahnhof hat ein Makler sein Büro. Eine Zwei-Zimmer-Wohnung in Le Vesinet kostet 500 000 Euro. Eine mittelgroße Wohnung oder ein kleines Haus kosten 3000 Euro Miete.

Wie so oft wird um ein Symbol gekämpft. Niemand erwartet, dass ein großes Problem wie die Arbeitslosigkeit durch ein kleines Gesetz wie das CPE auch nur ansatzweise gelöst werden könnte. Sogar Villepin erhofft sich nur „einige 10 000 neue Arbeitsplätze“. Und die Neoliberalen, von denen Villepin und die Konservativen sich inspirieren lassen, sagen fast alle: Das Gesetz bringt im Grunde gar nichts. Es ist nicht radikal genug. Auch die Unternehmerverbände sind nicht begeistert, die Unternehmer sind beim CPE kompromissbereiter als der Ministerpräsident. CPE soll vielleicht nur ein Türöffner sein für die liberale Generalreform, die dann etwas bringt. Vielleicht.

Bei einer Umfrage haben 75 Prozent der Jugendlichen erklärt: Ich möchte später einmal Beamter werden. 80 Prozent der Eltern hoffen, dass ihr Kind Beamter wird. Alle hoffen auf den Staat, noch immer. Sechs Millionen Menschen arbeiten in Frankreich für den Staat. Frankreich ist ein hoch verschuldetes Land und im Grunde immer noch eine Art Monarchie. Der Präsident hat so viel Macht, weil er der Ersatz für den König ist, den sie 1789 zum Teufel gejagt haben. Das Parlament bleibt schwach, die Straße bleibt mächtig. Die Demokratie wurde auf der Straße geboren, das vergisst Frankreich nie.

In den Vorstädten, wo die Einwanderer wohnen, liegt die Jugendarbeitslosigkeit nicht bei 23, sondern bei 40 Prozent. Das Gesetz, sagen seine Befürworter, war vor allem für die Vorstädte gedacht. Wer gibt sonst schon einem jungen Araber ohne Berufsabschluss eine Chance? Aber die Vorstädte bleiben ruhig, anders als im vergangenen Herbst. Nur die Casseurs sind da.

In den letzten Tagen ist der Funke von den Unis auf die Gymnasien übergesprungen. Auch das Lyceé Lamartine befindet sich im Streik, eines der ältesten Gymnasien von Paris, 9. Arrondissement, Schwerpunkt: die schönen Künste. Kürzlich hat der Sohn des Philosophen André Glucksmann hier Abitur gemacht. Vor dem Haupttor befindet sich eine Barrikade aus Pappschachteln und Obstkisten, der Nebeneingang ist offen. Edouard Sika, der Direktor, ist ebenfalls gegen das Gesetz, er erinnert ein wenig an den italienischen Regisseur Roberto Benigni und redet ähnlich blumig. Die Lehrer sind alle da und leiten Diskussionen. Wenn Schüler morgens nicht kommen, benachrichtigen wir die Eltern, sagt Sika, aus juristischen Gründen, das soll keine Sanktion sein. Gerade bereiten die Lehrer mit den Schülern eine Abstimmung vor, darüber, ob der Streik weitergehen soll. Die Wahl wird geheim sein, mit Wahlzetteln und Urne. „Eine großartige Schule der Demokratie! Wegen der Ferientermine haben wir für den Streik gewiss noch ein wenig Spielraum“, sagt der Direktor. Aber der Streik dürfe, bei allem Verständnis, selbstverständlich nicht so lange dauern, dass die Abschlussprüfungen und die Lernergebnisse des Schuljahres gefährdet sind.

Die Unirektoren erklären das Gleiche. Es ist nur ein Spiel. Niemand riskiert etwas, auch nicht die Gewerkschaften. Riskant wäre zum Beispiel ein längerer Generalstreik, einen Tag Generalstreik kriegen sie wohl hin. „Etwa zehn Prozent der Schüler sind während der Streiktage anwesend“, sagt Monsieur Sika. „Der Rest ruft an und entschuldigt sich. Sie arbeiten dann zu Hause. Der Stoff muss sitzen.“ Die Deutschlehrerin sagt leise: „Also, wir hätten damals bei einem Schulstreik ein bisschen gefeiert, nachts vor der Schule.“

Corinne Hernandez, hat Dominique erzählt, sei eine der letzten echten Pariserinnen. Eine echte Pariserin isst niemals zu Hause, selbst ihren Café nimmt sie außerhalb ein. Die Wohnung ist nur ein Schlafplatz. Aber diese Lebensweise lässt sich immer schwieriger finanzieren.

Wir treffen uns im Café. Corinne, um die 50, macht Dokumentarfilme zu Themen wie „Die neue Bauernkunst“ oder „Kulturgeschichte des Gemüses“. Frankreich hat keine Denker mehr, sagt Corinne. Deutschland dagegen hat nach wie vor großartige Denker, Peter Sloterdijk zum Beispiel. Das Hauptproblem der jungen Leute sei, dass sie nur am Materiellen interessiert sind, Werte, Religion, Ideologie, Familie, alles fast verschwunden, und ausgerechnet das Materielle kann ihnen die Gesellschaft jetzt auch nicht mehr bieten. „Es ist sehr traurig“, sagt die letzte Pariserin. „Eine große Leere.“

Paris kann einen eben ganz schön fertig machen. Zehn Prozent sind sowieso depressiv.

Porte d’Italie, früher Nachmittag. Die größte Demonstration dieser Woche, der dritten Woche des Kampfes. Aus der Studenten- scheint eine Schülerbewegung geworden zu sein, viele Demonstranten sind 14, 15, manche erst zwölf Jahre alt. Zum ersten Mal sieht man glückliche Gesichter. Aufgeregte Kinder, die Spruchbänder und Luftballons tragen, Ketten bilden, schreien, singen, rennen, sich küssen. Für viele ist es bestimmt die erste Demonstration, eines der größten Abenteuer ihres bisherigen Lebens. Die Musik. Die Menge. Das Gefühl.

Entlang der Demonstrationsstrecke hat die Popindustrie Tausende von Werbeplakaten aufhängen lassen. „Ben Harper – Das neue Album!“ „Placebo, neues Album!“ So nahe kommt man selten an die Zielgruppe heran. Der Kapitalismus hat endlich auch die Demos entdeckt.

Die Schüler klettern auf Bäume, Bushäuschen und Laternenmasten, die Jungs mit nacktem Oberkörper, trotz Kälte. Musikwagen spielen die Demo-Hits, arabischer Stil, Rap, ein Song wird besonders begeistert mitgesungen, er hat den ironischen Refrain: „Motivé.“ Motiviert, voll motiviert, wir sind alle super motiviert. Die Hymne der Praktikanten. Wer kann eine Generation stoppen, die es schafft, auf Bushäuschen zu klettern?

Es ist nicht der Mai ’68, überhaupt nicht, es ist eher Love Parade und Karneval der Kulturen, später aber, wenn die Kinder müde sind, werden sich die Casseurs aus der Menge herausschälen, die jetzt irgendwo leise mitlaufen, sie werden ihre Art von Spaß haben, für jeden Geschmack ist heute etwas dabei.

Acht Uhr abends, immer noch kalt, am Place de la République stellt sich schon wieder ein Marschblock auf. Hunderte, in Reih und Glied. Fast alles Männer. Sie sind diesmal älter, 30, 40, vereinzelt sogar 60 Jahre alt, gut gekleidet, elegant sogar, zum Teil mit Anzug und Krawatte. Jetzt kommt ein Organisator und stellt rund um den Marschblock Plastikhütchen auf. „Da sind aber viele Neue dabei heute“, sagt er. „Ihr Neuen müsst mir schön eure Berechtigungskarte zeigen.“ Es ist gar keine Demonstration, es ist die Obdachlosenspeisung der Organisation „Restaurants des Herzens“.

Vor allem wegen des Rauchens gibt es in der Warteschlange Streit. „In einem echten Restaurant darfst du auch nicht rauchen, du Arschloch“, ruft einer. Ein Mann in der Schlange sagt: „Neuer, bleib in Paris. Die Banlieue ist gefährlich, diese verdammten Araber übergießen dich mit Benzin und zünden dich an, nur so zum Spaß. Und achte auf den Schlaf. Dreimal pro Woche musst du richtig ausschlafen, unter einem Dach, mit Dusche und so. Sonst gehst du vor die Hunde. Brauchst du Adressen?“ Es gibt vier Stücke Fleisch, zwei Esslöffel Püree, Soße, Jogurt und Brot. Die meisten essen sofort, im Stehen.

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