Zeitung Heute : Der perfekte Baum für Weihnachten

Je frischer Tannen, Fichten und Kiefern geschlagen werden, desto länger halten sie ihre Nadeln auch im warmen Wohnzimmer.

Schnell nach Hause. Überall gibt es schon Weihnachtsbäume. Wer jetzt schon kauft, sollte den Baum bis zum Heiligen Abend noch an einen kühlen Ort stellen. Foto: picture-alliance/dpa
Schnell nach Hause. Überall gibt es schon Weihnachtsbäume. Wer jetzt schon kauft, sollte den Baum bis zum Heiligen Abend noch an...Foto: picture alliance / dpa

Wieder einmal ist es soweit: Weihnachten steht vor der Tür. Auf Weihnachtsbaummärkten, in Gartencentern und im Baumarkt gibt es eine riesige Auswahl von Weihnachtsbäumen. Da fällt die Wahl schwer, welcher Baum es in diesem Jahr sein soll. Nicht nur die Auswahl ist groß, auch die Preise unterscheiden sich zwischen den einzelnen Baumarten teilweise recht erheblich

Dabei wird ein großes Preisgefälle deutlich, das von der Art abhängig ist. Am billigsten sind Rotfichten, bei denen der Meter für sechs bis neun Euro zu haben ist. Am teuersten sind Nordmanntannen und Nobilistannen (Edeltannen), bei denen 15 bis 20 Euro für einen laufenden Meter zu bezahlen sind. Dazwischen liegen Blautannen, Douglasien und Kiefern. Die Preise sind in den letzten Jahren bei den Weihnachtsbäumen recht stabil geblieben, nur bei den Nordmanntannen ist ein leichter Preisanstieg zu beobachten.

Die Nordmanntanne zeichnet sich durch gleichmäßigen Wuchs und saftig grüne, weiche Nadeln aus. Selbst in geheizten Räumen hält sie sich gut – bis zu drei Wochen sehen die Nadeln frisch grün aus, dann vertrocknen sie langsam und werden grau. Die Nobilistanne ist nicht ganz gleichmäßig gewachsen, hat aber schöne blaugrüne, weiche Nadeln, die nach Harz duften. Sie hat die beste Haltbarkeit: Bis zu vier Wochen bleibt sie schön. Die Coloradotanne ist gleichmäßig gewachsen, die Zweige sind relativ weich, mit langen blaugrünen bis graugrünen Nadeln, die aromatisch duften. Drei Wochen und länger hält sich die Coloradotanne, auch stärker geheizte Räume machen ihr nichts aus.

Die billige Rotfichte ist von ungleichmäßigem Wuchs, die Zweige sind dicht mit dunkelgrünen, stechenden Nadeln besetzt, die typischen Harzduft versprühen. Leider hält sich die Rotfichte nur wenige Tage, in warmen Räumen fallen die Nadeln bereits nach drei bis vier Tagen ab. Etwas länger hält die gleichmäßig gewachsene Blaufichte mit ihren sehr stabilen Zweigen und blaugrünen bis stahlblauen Nadeln: Acht bis zehn Tage halten die Nadeln in normal beheizten Räumen.

Die Douglasie hat einen gleichmäßigen Wuchs, aber die Zweige sind sehr biegsam und kaum belastbar. Die Nadeln sind weich und dünn und duften nach Citrus. Zehn Tage hält sich die Douglasie im 20 bis 22 Grad warmen Zimmer. Die Schwarzkiefer wächst breit und locker, und hat lange, dunkelgrüne Nadeln, die nach Harz duften. Auch in beheizten Räumen hält die Douglasie mehrere Wochen.

Je frischer der Baum gekauft wird, desto länger hält er sich auch. Leider werden die Weihnachtsbäume schon drei oder vier Wochen vor dem Fest angeboten. Besonders an sonnigen Tagen verdunsten die geschlagenen Bäume bereits viel Wasser, bevor sie überhaupt beim Käufer landen. Dadurch leidet die Haltbarkeit deutlich. Deshalb ist es günstiger, wenn der Weihnachtsbaum frisch geschlagen wurde. Immer mehr Forstbetriebe bieten Möglichkeiten an, die Weihnachtsbäume selbst an Ort und Stelle zu schlagen. Revier- und Oberförstereien, Waldschulen und private Waldbesitzer laden ein, sich einen Weihnachtsbaum auszusuchen. Berlinern und Brandenburgern stehen 135 Termine an 40 Orten zur Verfügung, wo unter fachlicher Aufsicht von Forstmitarbeitern der Weihnachtsbaum geschlagen werden kann. Für vorweihnachtliche Stimmung sorgen bei einem Familienausflug auch Lagerfeuer mit Glühwein, der Einkauf von Wildfleisch für die Festtage oder ein erholsamer Spaziergang durch den Wald mit Begleitung des Försters.

Bevor der Baum im Zimmer aufgestellt wird, sollte er in Wasser gestellt an einem kühlen, windgeschützten Platz im Freien lagern. Gut geeignet sind Terrasse oder Balkon, auch in einem kühlen Raum kann er vor dem Schmücken stehen. Wurde der Baum im Freien an einem frostigen Ort aufbewahrt, sollte er langsam an höhere Temperaturen gewöhnt und nicht gleich direkt neben die Heizung gestellt werden. Günstig sind Baumständer mit Wasserdepot – auch damit hält sich der Baum wesentlich länger.

Da haltbare Weihnachtsbäume recht teuer sind und nur für kurze Zeit das Zimmer schmücken, ist auch ein Weihnachtsbaum im Kübel eine Alternative. Die Palette reicht von Nordmanntannen über Blaufichten bis Koreatannen und Zuckerhutfichten. Solche Weihnachtsbäume haben zwar auch ihren Preis – aber sie nadeln nicht und können bei frostfreiem Wetter in den Garten gepflanzt werden. Ist der Boden noch gefroren, hält man die Topfbäume in einem hellen, kühlen Raum gleichmäßig feucht, aber nicht nass, und pflanzt sobald der Boden aufgetaut ist. Auch für Balkon oder Terrasse lassen sich die immergrünen Pflanzen verwenden. Jedoch sollte man sie nach ihrer Funktion als Weihnachtsbaum nicht gleich ins Freie stellen. Vor allem starker Frost sorgt dafür, dass der Wurzelballen durchfriert und die Pflanze kein Wasser aufnehmen kann. Man lässt sie daher besser in einem hellen kühlen Raum stehen, bevor sie im Frühjahr Balkon oder Terrasse schmücken.

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