Zeitung Heute : Der Richter

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In der Geschichte der Bundesrepublik sind bislang nicht nur aktive Parteipolitiker zum Staatsoberhaupt gewählt worden: Horst Köhler war vor seiner Wahl 2004 Direktor des Internationalen Währungsfonds und zuvor beamteter Finanzstaatssekretär. Werner Herzog wechselte 1994 direkt vom Posten des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts ins neue Amt, hatte zuvor allerdings auch Erfahrung als CDU-Landesminister in Mainz gesammelt. Verfassungsrichter üben ein hochpolitisches Amt aus, ohne in den gleichen Kategorien zu denken wie Politiker, die ihre Macht regelmäßig durch Parteitage absichern lassen müssen. Deshalb ist es naheliegend, dass auch Karlsruher Richter als Kandidaten genannt werden – kürzlich etwa Ex-Richter Udo di Fabio. Der aber gilt sogar in der Union als zu konservativ, scheidet also als überparteilicher Anwärter aus. Nun wird auch Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle als Kandidat ins Gespräch gebracht. Der heute 48-Jährige war 2008 auf Vorschlag der SPD gewählt worden. Union und FDP sehen aber mit Skepsis, dass er in der Schuldenkrise nur einen engen Spielraum für die Übertragung von Rechten auf europäische Institutionen sieht. hmt

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