Zeitung Heute : Der Sarg wird neu erlebt

Der Tagesspiegel

Heute eins von den schweren Themen: der Sarg. Immer ein wenig im Schatten des Tabus – und doch so wichtig! Man könnte sagen: Genau wie das Auto. Denn sein Äußeres sagt alles über den Insassen; die güldenen Griffe sind das Äquivalent zum Achtzylinder im Benz, der bescheidene Kiefernsarg entspricht dem gebrauchten Golf. Deshalb ist die Vielfalt so wichtig. „Die zehn bis zwölf Sargmodelle, die ein Bestatter üblicherweise führt, werden als zu gering erlebt“, teilt die Sargindustrie auf ihrer Website in feinsinniger Wortwahl mit. Deshalb veranstalten die Spezialschreiner gegenwärtig ein Forum in Köln - und packen aus. Schwarze Särge mit Horrormotiven, Särge in trauermetallic mit Colanis Eierbecher-Design, und ein Berliner Postbote hat sich auch schon im quietschgelben Sarg zur letzten Ruhe betten lassen, dem Arbeitgeber loyal über den Tod hinaus. Ob es für Kfz-Individualisten auch schon tiefergelegte Modelle gibt? Wir empfehlen zum Sarg verchromte Rammschutzbügel, die ja demnächst von den Straßen verschwinden. Wer weiß, wozu sie im Jenseits noch gut sind.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben