Zeitung Heute : Der schnelle Brüter Carsten Schneider und die Zukunft der SPD

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Carsten Schneider, 27.

Sieht so ein Rebell aus? Kurze Haare, Brille, Hemd: Carsten Schneider, 27, SPD, wirkt auf den ersten Blick nicht gerade wie einer, der die Welt verändern will. 1998 wurde er als jüngster Abgeordneter aller Zeiten in den Bundestag gewählt, und wer ihn damals traf, fragte sich, ob aus ihm mehr als eine Kuriosität werden würde. Es wurde. Heute ist Schneider stellvertretender haushaltspolitischer Sprecher der SPDFraktion, Thema Bildung und Forschung. Bei der Bundestagwahl erreichte er in seiner Heimat Erfurt das beste Ergebnis eines SPD-Abgeordneten seit 1929.

Was will Schneider? Er sagt: „Die Zukunft liegt bei Rot-gelb und Schwarz-grün“. Es sei eine Frage der Zeit, vielleicht zehn, vielleicht zwanzig Jahre, dass die „heute schon inhaltlich konservativen Parteien zusammenrücken“, schwarz und grün also. Und wohin muss die SPD gehen, damit sie den Wechsel überlebt? „Sie darf nicht nur verteidigen, sie muss offensiver werden, in der Wirtschaft mehr Freiheit, mehr Verantwortung für den Einzelnen zulassen. Ich hoffe, dass die Gewerkschaftsbosse endlich auch öffentlich sagen, was sie hinter vorgehaltener Hand heute schon zugeben.“ Freunde aus Thüringen, die sich selbstständig machen wollen, erzählen ihm oft, wie sie von den Ämtern gegängelt werden – „das macht mich wahnsinnig.“ Er ärgert sich auch wegen anderer Themen: „Dass vor dem Reichstag Fußballverbot herrscht, ist Quatsch!“ Er argumentiert auch im eigenen Interesse: Mit der Bundestags-Auswahl wurde er am vergangenen Wochenende Vize-Europameister. Schneider spielte in der Mitte – seine Position. amen

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