Zeitung Heute : Der Sicherheits-Tipp: Die bunte Pracht kann tückisch glatt sein

ivd

Wird es noch etwas mit dem Spätsommer, oder waren die milden Lüfte der vergangenen Tage alles, was uns vom richtigen Herbst trennt? Der ist für Autofahrer nämlich schon näher, als viele glauben mögen. Zugegeben, auch wir waren überrascht, als wir vor wenigen Tagen über Stadtstraßen fuhren, die schon kräftig mit buntem Herbstlaub bedeckt waren. Und in Verbindung mit dem in den letzten Wochen alles andere als sparsamen Regen ergab das eine nicht ungefährliche Mischung - die erste ernst zu nehmende Herbstglätte nämlich. Denn Rutschpartien mit dem Auto macht man nicht nur bei Eis und Schnee. Auch schon im Herbst kann es auf den Straßen gewaltig glatt werden. Und leider endet nicht jede herbstliche Rutschpartie nur mit einem gewaltigen Schreck, der einem durch die Glieder fährt. Denn mancher Rutscher führt leider auch zu recht schweren Unfällen.

Es ist durchaus eine Freude für Augen und Herz, das bunte Herbstlaub, so lange es in den schönsten Farben leuchtend an den Zweigen hängt. Doch von denen löst es sich schon bald, unterstützt durch manche kräftige Bö, immer schneller und schneller. Und immer mehr bunte Blätter bedecken die Fahrbahnen. Breit gefahren und in Verbindung mit Feuchtigkeit entsteht schnell eine tückische Mischung, die mindestens so gefährlich ist wie Glatteis.

Wenn man dann so flott wie an trockenen Sommertagen fährt, kann schon bei einer zügig genommenen Kurve plötzlich das Fahrzeugheck ausbrechen. Und wenn man dann, in Panik geraten, kräftig auf die Bremse tritt, muss man entsetzt bemerken, dass die Bremswege auf feuchtem Laub beängstigend lang sind. Das gilt nicht etwa nur auf Landstraßen, sondern gerade auch in der Stadt, besonders in einer so grünen Stadt wie Berlin.

Die Konsequenz aus alledem: man muss nun bedeutend sorgfältiger mit Gas und Bremse umgehen und auch allzu hektische Lenkmanöver können unangenehme Konsequenzen haben, wenn die Straßen laubbedeckt sind. Die Sicherheitsabstände auf herbstlichen Straßen sollten ein wenig größer sein, damit die Bremswege auch noch reichen und das Tempo an gefährlichen Stellen noch ein wenig niedriger sein. Aber auch dort, wo die Straßen frei von Laub sind, muss man jetzt die herbstliche Nässe einkalkulieren. Die bedeutet nämlich, dass man bei normalem Landstraßentempo auf nasser Fahrbahn schon mit einem doppelt so langen Bremsweg rechnen muss wie auf trockener Straße.

Droht ein Auto trotz aller Vorsicht auszubrechen, hilft in der Regel schnelles Auskuppeln oder bei Automatikwagen Gaswegnehmen, da sich das Fahrzeug dann von selbst wieder stabilisiert. Auch gekonntes sanftes Gegenlenken kann helfen. Gefährlich sind dagegen alle hektischen Reaktionen. Ideal ist es, wenn man Bremsen und Gegenlenken auf einem großen Parkplatz oder einer freien Straße übt, um die Reaktionen des eigenen Fahrzeugs dabei kennen zu lernen. Dann gerät man nicht mehr in Panik, wenn das Heck wirklich einmal wegrutscht, sondern kann angemessen reagieren. Und noch besser ist es natürlich, wenn man Bremsen, Lenken und Ausweichen auf nassen und glatten Fahrbahnen bei einem Fahrsicherheitstraining übt.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben