Zeitung Heute : Der Sicherheits-Tipp: Kennen Sie eigentlich die Betriebsanleitung?

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Die erste Reisewelle des Jahres ist vorüber. Und wie bei jeder Reisewelle haben auch diesmal wieder viele Fahrzeuge mit leichten und auch schweren Pannen und Defekten am Straßenrand gestanden, waren in Baustellen ein gefährliches Sicherheitsrisiko oder haben mit voll beladenem Kofferraum bei Dunkelheit den Gegenverkehr unnötig geblendet und andere Fahrzeuglenker damit in Gefahr gebracht. Und bei Reifenpannen sind viele dabei gescheitert, den Ersatzreifen zu montieren, weil sie die dafür nötigen Werkzeuge nicht fanden oder nicht wussten, wo der Wagenheber angesetzt werden muss beziehungsweise gar nicht erst zum Schraubenschlüssel gegriffen, weil der lange vernachlässigte Ersatzreifen sowieso ohne Luft war.

Viele der Pannen oder Belästigungen des übrigen Verkehrs bis zur Gefährdung der eigenen Sicherheit und der anderer Verkehrsteilnehmer wären allerdings vermeidbar gewesen, wenn man sein eigenes Fahrzeug oder auch seine Bedienelemente ein wenig besser gekannt hätte. Aber dafür hätte man eben einmal in jenem zu jedem Auto gehörenden Büchlein lesen müssen, das sich Betriebs- oder auch Bedienungsanleitung nennt. Zugegeben, auch heute noch sind diese Bedienungsanleitungen nicht bei allen Herstellern ideal gegliedert, ist ihre Lektüre oft ein wenig kompliziert und nicht gerade spannend. Aber wer ehrlich ist und sich nach einer Panne einmal Gedanken macht, ob sie unbedingt nötig war, wird meist zu dem Ergebnis kommen, dass man sie eigentlich hätte vermeiden können. Dann wäre der Keilriemen, der schon öfter nach dem Anlassen des Motors unangenehme Quietschgeräusche von sich gab, wahrscheinlich nicht gerissen, weil man ihn mit einem Daumendruck geprüft und gemerkt hätte, dass seine Spannung nicht mehr stimmt. Wie man das macht, steht in jeder Betriebsanleitung. Und dann hätte man auch gewusst, dass die langsam in gefährliche Höhen steigende Temperatur des Kühlwassers eigentlich sofortiges Anhalten verlangte. Dann wäre der Motor auch nicht überhitzt und schließlich so schwer beschädigt worden, dass neben einem Urlaubstag für den Werkstattaufenthalt auch noch ein erheblicher Teil der Reisekasse verloren ging.

In der Betriebsanleitung kann man auch nachlesen, wie man den Schalter für die Leuchtweitenregulierung der Scheinwerfer bedient, der in jedem neuen Auto zu finden ist - wenn auch bei vielen Modellen nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Dann hätte man mit einem einzigen Handgriff die zu hoch stehenden Scheinwerfer justieren und den Gegenverkehr vor Blendung bewahren können.

Erst auf längeren Fahrten merkt man immer wieder, dass man die Bedeutung vieler Anzeigen am Armaturenbrett eigentlich gar nicht kennt und deshalb auch nicht weiß, wie man sich verhalten muss, wenn es plötzlich gelb oder unübersehbar rot leuchtet. Besonders schlimm wird das, wenn man dann keine Bedienungsanleitung dabei hat. Sie gehört unbedingt ins Handschuhfach.

Dort allerdings sollte sie nicht für ein Autoleben Ballast sein, sondern hin und wieder auch einmal in die Hand genommen und gelesen werden. Mancher hat dabei schon sehr überrascht entdeckt, dass sein Fahrzeug über technische Ausstattungen verfügt, von denen er bislang noch gar nicht gewusst hatte.

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