Zeitung Heute : Der Sicherheits-Tipp: Meisterbetriebe laden zum ReifenCheck 2001

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Sie sind nun einmal die einzige Verbindung zwischen Fahrzeug und Straße - die "schwarzen runden Dinger", die man auch Reifen nennt. Damit spielen sie eine geradezu "überlebenswichtige" Hauptrolle, wenn es um sicheres Fahren geht. Allenfalls eine Nebenrolle billigen ihnen allerdings die meisten Autofahrer zu. Denn nur ganz wenige denken beim regelmäßigen Besuch an der Zapfsäule auch daran, den Reifen ein paar Sekunden Aufmerksamkeit zu schenken und vielleicht auch einmal ihren Druck zu kontrollieren. Darum kommt es immer wieder zu jenen für viele unerklärlichen und unerwarteten Reifenpannen.

So lange es dabei bleibt, dass ein Fahrzeug irgendwann plötzlich mit einem "Platten" dasteht, ist das zwar ärgerlich, aber nicht so dramatisch. Dramatisch aber kann eine Reifenpanne werden, wenn einem ein Reifen bei voller Fahrt von der Felge fliegt. Wer dann nicht richtig reagiert, der findet sich schnell an der Leitplanke, im Straßengraben oder auf direktem Kollisionskurs zum Gegenverkehr wieder. Und wenn man keine Erfahrung hat, wie man ein ausbrechendes Fahrzeug mit defektem Reifen wieder in den Griff bekommt - und die dürfte bei der überwiegenden Mehrzahl der Autofahrer fehlen - dann ist ein oft sehr schwerer Unfall unausweichlich.

Die Statistik spricht dann von Unfällen auf Grund technischer Mängel. Immerhin bei der Hälfte aller Unfälle, die auf technische Mängel zurückgeführt werden, sind Reifenpannen der Auslöser. Doch nur in den wenigsten Fällen sind primär technische Mängel für solche Pannen verantwortlich. Es ist vielmehr die geradezu unverantwortliche Nachlässigkeit so vieler Autofahrer, die sich einfach nicht um den korrekten Reifendruck kümmern. Gewiß kann man auch mit einigen Zehntel bar weniger Luftdruck noch fahren. Doch ist der allzu niedrig, dann kann es schnell zu folgenschweren Beschädigungen des Reifens kommen, die man zwar von außen nicht sieht, die aber Auslöser für schwere Reifenschäden sein können. So kann sich ein mit zu geringem Luftdruck gefahrener Reifen bei schneller Fahrt so stark erhitzen, dass sich Lauffläche und Unterbau lösen. Und auch Bordsteinparker können einen schlappen Reifen bei zu heftiger Fahrt über die Kanten schwer beschädigen. Das setzt den Reifen zwar nicht sofort matt, aber ein bleibender Schaden ist da. Und der löst dann bei extremer Belastung, etwa bei schneller Fahrt im voll beladenen Urlaubsauto, die Katastrophe aus.

Dem vorbeugen soll die Anfang Mai beginnende und den gesamten Monat dauernde Aktion "Reifen Check 2001". Unter der Schirmherrschaft des Bundesverkehrsministers, der die Aktion morgen im Rahmen der AMI 2001 in Leipzig eröffnet, und unterstützt durch den Deutschen Verkehrssicherheitsrat, bieten die Meisterbetriebe der Kfz-Innung Berlin und die Reifenfachbetriebe allen Autofahrern eine unentgeltliche Reifenkontrolle an. Neben dem Luftdruck wird auch die Profiltiefe geprüft, wird der Reifen auf Beschädigungen untersucht, das Reifenalter kontrolliert und geprüft, ob die verwendeten Reifen in Größe, Geschwindigkeitsindex und Tragfähigkeit den Vorschriften entsprechen. Auch der Reservereifen wird kontrolliert und es gibt Tipps zum korrekten Einlagern der Winterreifen.

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