Zeitung Heute : Der Sicherheits-Tipp: Mit Winterreifen auch jetzt richtig ausgestattet

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Fast wie im Frühling war es in den letzten Tagen - eine vom makellos blauen Himmel strahlende Sonne und Temperaturen zwischen zehn und fünfzehn Grad. Und das, obwohl wir nach dem Kalender nur noch wenige Tage vor dem kürzesten Tag und der längsten Nacht stehen. Und da herrscht in unseren Breiten normalerweise Winter. Deshalb rollen sicherheitsbewusste Autofahrer längst auf Winterreifen. Die empfehlen sich schließlich schon bei Temperaturen unterhalb von sieben Grad Celsius, da die Laufflächenmischungen von Sommerreifen bei Temperaturen unter diesem Wert beginnen hart zu werden.

Da die Nachttemperaturen trotz der hohen Tageswerte auch jetzt schon meist unter sieben Grad plus liegen, sind Winterreifen zur Zeit durchaus die richtige Wahl. Es besteht also nicht der geringste Anlass, sich darüber zu ärgern, dass man mit den Winterreifen scheinbar zu schnell war. Und da es jetzt von einem auf den anderen Tag auch richtiger Winter werden kann, sollte man froh sein, dass man dann nicht mit den falschen Reifen überrascht wird.

Wichtig im Winter ist allerdings nicht nur die auf diese Jahreszeit optimal zugeschnittene Laufflächenmischung. Ebenso wichtig ist es auch, dass die Winterreifen ausreichend Profil haben. Diese Bedingung ist allerdings nicht erfüllt, wenn man darunter nur das Einhalten der Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter versteht. So steht es zwar im Gesetz. Doch wer auf Winterreifen sicher fahren möchte, sollte sie nicht bis auf diesen Wert herunterfahren. Gerade erst musste ein Autofahrer sich von Richtern sagen lassen, dass seine Kaskoversicherung von der Leistung frei ist, weil die Winterreifen, mit denen das Fahrzeug zur Zeit eines Unfalls bestückt war, nur noch ein paar Zehntel mehr Profil hatten als die Mindestprofiltiefe. Das aber reichte aus Sicht des Gerichts nicht mehr für eine sichere Fahrweise.

Denn mit dem Mindestprofil verdrängen Reifen nur noch 15 Prozent der Wassermenge, die Neureifen wegschieben können. Das bedeutet bei Regen für solche Reifen eine extreme Aquaplaninggefahr selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten. Deshalb sollte man Winterreifen möglichst nur bis auf vier Millimeter abfahren und sie dann nicht mehr benutzen.

Das gilt vor allem auch mit Blick darauf, dass viele Autofahrer bei milder Witterung - und vor allem auch bei Regen - relativ schnell fahren. Auf trockener Fahrbahn darf man dabei mit Winterrreifen sogar bis zu 240 km/h fahren. Denn in diesem Jahr haben mehrere Hersteller erstmals Winterreifen der Geschwindigkeitsklasse V (bis 240 km/h) herausgebracht.

Vorsichtig sein sollten allerdings die Autofahrer, die zwar ein schnelles Fahrzeug haben aber darauf Winterreifen montiert haben, deren Höchstgeschwindigkeit unter der Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs liegt. Überschreitet man nämlich die Höchstwerte der Reifen, dann drohen ernste Reifenschäden. Deshalb müssen Fahrzeuge, deren Winterreifen "langsamer" sind als ihre eigene Höchstgeschwindigkeit, innen einen Aufkleber tragen, der den Fahrzeuglenker auf das Reifenlimit hinweist.

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