Zeitung Heute : Der Sicherheits-Tipp: Stressfrei und gelassen fährt man sicherer

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Die Sitten sind rauer geworden auf unseren Straßen. Da wird öfter einmal gedrängelt, gefährlich eng aufgefahren, die Lichthupe traktiert, gehupt und auf den Autobahnen mit einer immer größer werden Selbstverständlichkeit auch rechts überholt. Und schon der kleinste Fehler anderer Verkehrsteilnehmer löst bei vielen Aggression aus, wobei Beschimpfungen noch das kleinere Übel sind.

Geradezu gefährlich sind dagegen die oft waghalsigen Fahrmanöver, mit denen Autofahrer, die sich angegriffen fühlen, ihre vermeintlichen Angreifer in die Schranken weisen wollen. Und wenn die sich herausgefordert fühlen und ihrerseits reagieren, dann wird es manchmal geradezu kriminell.

Der Grund für solches Verhalten ist in vielen Fällen einfach Stress - Stress, der unseren hektischer gewordenen Alltag immer mehr prägt, und uns zu Gehetzten und Getriebenen macht, die um jede Wagenlänge Vorsprung geradezu kämpfen. Und dabei verengt sich der Blick, sieht man statt der anderen Verkehrsteilnehmer schließlich nur noch den eigenen Vorteil, fährt impulsiver, unüberlegter und risikoreicher und sehr oft auch rücksichtloser. Und dann reicht schon eine unerwartet kritische Situation, um regelrecht auszurasten. Und damit sind Unfälle geradezu vorprogrammiert. Unfälle, bei denen man sich in der Nachschau oft genug eingestehen muss, dass sie eigentlich nicht nötig waren, leicht hätten vermieden können, wenn man nur ein wenig gelassener gewesen wäre.

Gelassener sein - das sei leicht gesagt, werden viele sagen, wenn man unter Zeitdruck ist. Richtig. Aber wer tagtäglich unterwegs ist, weiß doch, dass man heute im dichten Verkehr und vor allem im Berufsverkehr immer wieder mit kleinen oder größeren Staus und Verzögerungen rechnen muss. Deshalb sollte man sich nicht unnötig großem Zeitdruck aussetzen. Besser ist es, sich ein Zeitpolster zu schaffen, einfach ein paar Minuten früher zu starten, die Fahrzeit nicht zu knapp zu kalkulieren. Das macht die Wartezeiten im Stau zwar nicht kürzer, aber erträglicher. Und weniger gehetzt fährt man nicht nur sicherer, sondern hat auch Zeit, hier und dort einmal etwas mehr Rücksicht zu nehmen, selbst wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer einen Fehler macht.

Denn Fehler machen wir schließlich alle, wenn wir am Steuer sitzen - und das sogar mehrmals täglich. Wer das für sich akzeptiert und auch anderen zugesteht, kann auch in schwierigen Situationen die nötige Ruhe bewahren, mit Blickkontakt und ein paar Handzeichen eine verfahrene Situation entschärfen. Und er kommt, weil er genügend Zeit hat, auch dann noch rechtzeitig ans Ziel, wenn er einem anderen den Vortritt lässt.

Und selbst wenn man trotz Zeitpolster in eine Lage kommt, in der man absehen kann, dass man sich verspätet, sollte man sich nicht provozieren lassen. Denn Ärger und Wut machen einen keine Sekunde schneller, aber sehr viel unsicherer. Dann sollte man eben zum heute ja schon fast allgegenwärtigen Mobiltelefon greifen und dort, wo man erwartet wird, über die Verspätung informieren, statt durch gewagtes Fahren ein paar Minuten zu gewinnen, die trotzdem nicht reichen, um pünktlich zu sein.

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