Zeitung Heute : Der Sicherheits-Tipp: Urlaubsautos sind schnell überladen

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Die Hauptreisewelle zu den großen Ferien beginnt in wenigen Wochen. Und dann geht es wieder mit vollbepacktem und voll besetztem Auto auf große Fahrt. Doch wenn alle Plätze besetzt sind, dann gibt es meist Probleme mit dem Unterbringen des Gepäcks. Ein Kofferraum ist schnell gefüllt. Wenn dann aber nicht alles verstaut ist, was mit auf die Fahrt soll, dann packen viele das einfach aufs Fahrzeugdach. Insbesondere für sperrige Gegenstände ist das Dach ein sehr praktischer Transportplatz, vorausgesetzt, das Fahrzeug hat einen stabilen Dachgepäckträger, auf dem man die Ladung auch zuverlässig sichern kann. Und für kleinere Gegenstände recht praktisch sind Dachboxen, in denen das Ladegut nicht nur vor Wind und Wetter geschützt ist, sondern auch relativ sicher vor dem unerwünschten Zugriff von Langfingern.

Doch es reicht leider nicht, alles Gepäck irgendwie sicher auf dem Dach unterzubringen. Man muss noch einiges mehr beachten. So gibt es für die verschiedenen Fahrzeuge vorgeschriebene Höchstlasten für

den Dachtransport, die bei 50 Kilo, 75 Kilo und in wenigen Fällen auch höher liegen - wie hoch, sagt die Betriebsanleitung.

Wer gekonnt überzähliges Gepäck auf dem Dach verstaut, muss aber nicht nur an die zulässige Dachlast denken. Er muss zugleich auch beachten, wie hoch das zulässsige Gesamtgewicht seines Fahrzeugs ist. Ist der Wagen zum Beispiel voll besetzt und der Kofferraum bis zur letzten Ecke schwer beladen, dann kann bereits damit das zulässige Gesamtgewicht erreicht oder sogar überschritten sein. In solchem Fall darf man, und mag auf dem Dach auch noch so viel Raum sein, dorthin nichts mehr packen, weil man damit das Fahrzeug überladen würde. Für das Fahren mit einem überladenen Fahrzeug drohen erhebliche Strafen und Flensburg-Punkte. Und für den Fall, dass man mit einem überladenen Fahrzeug in einen Unfall verwickelt wird, droht auch der Verlust des Versicherungsschutzes. Man sollte also sehr genau darauf achten, dass man nicht zu viel Last transportiert. Und bei voller Beladung empfiehlt es sich auch, den Reifendruck um bis zu 0,2 bar zu erhöhen.

Wer mit schwer beladenem Fahrzeug und vor allem mit großer Dachlast fährt, sollte auch an das veränderte Fahrverhalten seines Fahrzeugs denken. Denn der Fahrzeugschwerpunkt liegt dann um einiges höher. Und da ein solches Fahrzeug dem Wind mehr Angriffsfläche bietet, was sich übrigens in höheren Verbrauchswerten bemerkbar macht, wird es auch seitenwindempfindlicher. Das aber heißt, dass man auf kurvigen Strecken die Geschwindigkeit sehr viel genauer dem Fahrverhalten anpassen muss, öfter einmal den Fuß vom Gas nehmen muss, um nicht die Kontrolle über sein Auto zu verlieren.

Bei voll beladenem Auto verlängern sich natürlich auch die Bremswege. Unterschätzt wird von vielen Autofahrern auch, wie gewaltig sich das Beschleunigungsvermögen eines voll beladenen Fahrzeugs verändert. Die bei leerem Fahrzeug gewohnt zügigen Überholmanöver dehnen sich plötzlich zu unerwarteter Länge. Oft hat man den Eindruck, überhaupt nicht auf Touren zu kommen. Also aufpassen, dass man sich beim Überholen nicht verschätzt.

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