Zeitung Heute : Der Sicherheits-Tipp: Viele Pannen sind eigentlich vermeidbar

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Immer wieder hört man Verkehrsdurchsagen wie "drei Kilometer Stau wegen eines in einer Baustelle liegen gebliebenen Fahrzeugs". Schlimm, wenn man der Lenker jenes Autos ist, das hier den Verkehr blockiert. Noch schlimmer, wenn das Auto nicht mehr funktioniert, weil man es vor Fahrtantritt versäumt hat, die wichtigsten Funktionen zu prüfen. Viel zu oft sind es leider voraussehbare Pannen, die eine Fahrt jäh beenden. Passiert das in einer Baustelle, dann bedeutet das nicht nur binnen kürzester Zeit längere Staus, sondern zugleich große Gefahr für den, der hier liegen bleibt. Und mancher Unfall in Baustellenbereichen entsteht dadurch, dass Pannenfahrzeuge den übrigen Verkehr behindern oder nicht rechtzeitig erkannt werden - vor allem, wenn es dunkel ist.

Da schon in gut einem Monat wieder endlose Fahrzeugkolonnen mit Urlaubsreisenden über die Autobahnen und die übrigen Fernstraßen rollen werden, ist es jetzt höchste Zeit, sich um das Fahrzeug zu kümmern, mit dem man auf große Fahrt gehen möchte. Hat man hier in den letzten Wochen und Monaten Umregelmäßigkeiten entdeckt, die bislang nicht in der Werkstatt kontrolliert wurden, dann ist es dafür jetzt höchste Zeit.

Zum Beispiel dann, wenn man den Eindruck hat, dass die Bremsen nicht ganz so sauber funktionieren wie gewohnt, das Fahrzeug beim kräftigen Tritt auf die Bremse vielleicht zur Seite zieht oder wenn es beim Bremsen ungewohnte Geräusche gibt. Ein Werkstattbesuch empfiehlt sich auch dann, wenn man den Eindruck hat, das Auto folgt bei Kurvenfahrt nicht mehr so exakt wie eigentlich gewohnt dem Lenkeinschlag, neigt zum Schwimmen. Vielleicht ist ein Stoßdämpfer verschlissen, so dass die Räder nicht mehr den unbedingt nötigen ständigen Straßenkontakt haben. Aufschluss gibt hier ein fachgerechter Stoßdämpfertest.

Ein wichtiges Warnsignal ist auch Unruhe in der Lenkung bei bestimmten Geschwindigkeiten. Es reicht schon, dass man bei einem etwas heftigeren Kontakt mit einem Bordstein eines der Gewichte am Reifen verloren hat, mit denen Unwuchten ausgeglichen werden. Bei langsamer Stadtfahrt spürt man davon nicht viel. Doch bei flotter Autobahnfahrt machen sich solche Verluste dann durch Unruhe in der Lenkung bemerkbar. Und wenn man sich dadurch nicht beirren lässt und trotzdem weiterfährt, dann können sich daraus ernste Schäden am Fahrwerk entwickeln.

Ernste Schäden haben oft ganz kleine Ursachen. Immer wieder hört man Autos, die mit laut pfeifendem Keilriemen losfahren. Stimmt die Riemenspannung nicht, dann droht starker Verschleiß. Und dann kann der Riemen während der Fahrt reißen. Merkt man das nicht und achtet man auch nicht auf die Anzeigen für die Kühlwassertemperatur, dann kann der Motor zu heiß werden und sich im schlimmsten Fall sogar festfressen. Wehe, wenn man dann gerade mit hohem Tempo über die Autobahn rauscht. Ähnlich kann es einem ergehen, wenn man niemals das Öl kontrolliert.

Deshalb die Empfehlung an alle, die mit ihrem Auto schon bald auf große Fahrt gehen. Starten Sie nur, wenn Sie auch sicher sind, dass alle Systeme funktionieren. Und wenn Sie unsicher sind, dann fahren Sie, selbst wenn es ihrer Ansicht nach Kleinigkeiten sind, möglichst bald in die Werkstatt und nicht erst in letzter Minute.

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